Alarmstufe 1 ausgerufen:

Übers Haff drückt mächtig Wasser in die Peene

Sturmwarnung, Alarmstufe 1, steigende Pegel: Die Behörden und Wetterdienste stehen aufgrund der aktuellen Wetterlage Gewehr bei Fuß und treffen erste Vorbereitungen entlang der Peene.

Viel Wind und Wasser: Auch Uwe's Bootsverleih in Ueckermünde steht derzeit unter Wasser
Christopher Niemann Viel Wind und Wasser: Auch Uwe's Bootsverleih in Ueckermünde steht derzeit unter Wasser

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Der Wetterdienst hat für die Ostseeküste Sturmwarnungen herausgegeben. Bis zu zehn Windstärken werden erwartet. Da der Wind aus Richtung Nord-Ost hereinstürmt, steigen durch das von der Ostsee übers Haff in die Peene gedrückte Wasser auch die Peene- und Haffpegel. Denn immrhin werden im Laufe des Tages und der kommenden Nacht bis zu 1,20 Meter erhöhte Wasserstände in der Ostsee erwartet.

Am Mittwochnachmittag stand der Pegel in Anklam bei 5,77 Meter. Kein Grund zur Panik, wie der zuständige Ordnungsamtschef der Hansestadt Anklam Bernd Lange sagte.

Alarmstufe 1 ausgerufen

In Greifswald wurde bereits das neue Sturmflutsperrwerk geschlossen - zum ersten Mal. Dort steht der Pegel derzeit bei 5,93 Meter. Grund genug für das zuständige Umweltamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald, die Alarmstufe 1 auszurufen.

Allerdings sei dies noch kein Anlass zur Sorge, denn diese Alarmstufe bedeute lediglich, dass regelmäßig die Wasserstände beobachtet werden. Außerdem wurden, so der Anklamer Ordnungsamtschef, die zuständigen Stellen wie zum Beispiel die Wasserwehr informiert, sich in Bereitschaft zu halten. "Aber noch sind wir von einer Gefahr für die Stadt weit entfernt. Aber im Auge sollten wir die Sache schon behalten. Auch wenn es erst bei einem Pegel von über sechs Meter aufregend wird."

Ueckerkopf unter Wasser

Ähnlich sieht es am Haff aus: Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gibt den Pegelstand dort am Mittwochnachmittag mit 5,91 Metern an. In Ueckermünde erwarte man momentan einen Höchststand von 6,05 bis 6,10 Metern. Der Ueckerkopf stand am Mittwoch bereits komplett unter Wasser. Von einer ernsten Situation könne man aber noch nicht sprechen, so der Ordnungsamtsleiter. So genannte mobile Öffnungen in der Schutzwand im Stadthafen seien aber bereits geschlossen worden.

Noch entstspannter ist die Situation am Messpegel Meyenkrebsbrücke, er ist das Maß der Dinge für den Überflutungsschutz in Demmin. Zeigt er 5,90 Meter über Pegelnull an, lösen die Behörden die Stufe eins des Hochwasseralarms aus. Davon war Demmin noch weit entfernt, der Meyenkrebs-Pegel stand am Mittwoch bei 5,48. Dennoch, Demmin liegt im Hochwasserrisiko-Management des Landes im Gebiet der höchsten Bedrohungsklasse, 8,5 Deichkilometer sollen die Stadt im Fall eines Falles vor dem Absaufen schützen. Doch mit der Aufrüstung lassen sich die Behörden Zeit.

In Wolgast ist am Mittwoch der Museumshafen gesperrt, denn hier tritt das Wasser über die Ufer. Durch den starken Wind lösten sich zudem am Rathaus Bleche, die von der Feuerwehr entfernt wurden.

Der Wetterdienst Meteomedia auf der Insel Hiddensee spricht indes von einem "Starkwind mit Sturmböen". Der Höhepunkt mit vereinzelten Sturmspitzen der Stärke 10 sollte am Mittwochabend erreicht werden, wie Meteorologe Stefan Kreibohm sagte.

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