Fischsterben in der Peene:

Umwelt-Skandal: Es war die Zuckerfabrik

ABC-Abwehrtrupps im Einsatz, Explosionsgefahr: Die Situation rund um das Gelände ist deutlich gefährlicher als zunächst vermutet. Derweil räumt die Zuckerfabrik ein, schuld an der Umwelt-Katastrophe in der Peene zu sein. 

Die Zufahrtsstraßen zur Zuckerfabrik gesperrt, ABC-Abwehrtrupps im Einsatz. Ätzender Ethanol-Geruch liegt in der Luft.
Tilo Wallrodt Die Zufahrtsstraßen zur Zuckerfabrik gesperrt, ABC-Abwehrtrupps im Einsatz. Ätzender Ethanol-Geruch liegt in der Luft.

Tausende tote Tiere und eine giftige Chemikalie in der Peene. Trotzdem haben die Behörden im Landkreis die Gefahr offenbar zunächst unterschätzt. Erst am Dienstagvormittag wurde das Gelände rund um die Zuckerfabrik in Anklam wegen Explosionsgefahr weiträumig abgesperrt. Viele Stunden, nachdem engagierte Bürger den Austrittsort des giftigen Stoffes entdeckt hatten. 

Inzwischen gilt als sicher: Die hochentzündliche Flüssigkeit stammt vom Gelände der Zuckerfabrik. Das hat auch das Unternehmen Suiker Unie eingeräumt, nachdem man am Vortag noch jeden Zusammenhang abgestritten hatte. Stattdessen hatten leitende Mitarbeiter der Zuckerfabrik auf eine Inspektion des benachbarten Hallenbades gedrängt.

Um was es sich bei der Chemikalie handelt, wird wohl erst nach weiteren Untersuchungen am Mittwoch sicher feststehen. Allerdings räumte Zuckerfabrik-Geschäftsführer Matthias Sauer bereits ein, dass die entnommenen Proben eine auffällige Ähnlichkeit zum Bioethanol aufweisen, das auf dem Fabrikgelände produziert wird. Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen.

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