Krankenhaus-Streit:

Schwangere abgeworben? Klinik wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Bürgerinitiative, die in der Region für den Erhalt der Krankenhäuser kämpft, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Klinik-Leitung aus Greifswald. Eine Mitarbeiterin soll bei Schwangeren für eine Entbindung in Greifswald geworben haben.

Eine Mitarbeiter der Uni-Klinik soll bei einer Schwangeren direkt für die Entbindung in Greifswald geworben. Das allerdings ist verboten.
Stefan Sauer Eine Mitarbeiter der Uni-Klinik soll bei einer Schwangeren direkt für die Entbindung in Greifswald geworben. Das allerdings ist verboten.

Im Streit um die Krankenhausversorgung in der Region erhebt eine junge Frau – und mit ihr auch eine Bürgerinitiative – schwere Vorwürfe gegen die Klinik-Leitung in Greifswald. Demnach solle eine Mitarbeiterin der Klinik die schwangere Frau besucht und bei ihr für die Entbindung in Greifswald geworben haben.

Was Werbung angeht, gelten für Krankenhäuser allerdings strenge Vorschriften. Solche Art der Patientenwerbung brächte mächtig Ärger. Bei der Initiative, die sich für den Erhalt des Kreiskrankenhauses in Wolgast einsetzt, spricht man von „Patientenklau“.

Bei der Klinik-Leitung will man von solchen Methoden nichts wissen. „Ich kann es ganz kurz machen: So etwas tun wir nicht“, sagte Marketing-Chef Christopher Kramp auf Nachfrage. Das Gerücht, die Klinik versuche ihre Geburtenzahlen mit allen Mitteln zu erhöhen, entbehre jeder Grundlage. „Mit über 800 Geburten jährlich gehört die Universitätsmedizin Greifswald zu den größten Geburtskliniken des Landes. Somit sind ideale Bedingungen für Forschung, Lehre und Krankenversorgung auf einem hohen Niveau gegeben“, so Kramp.

Die Bürgerinitiative ruft am heutigen Samstag zur Demonstration für die Krankenhäuser im ländlichen Raum auf. Treffpunkt ist um 11.30 Uhr am früheren Fährbahnhof in Wolgast.

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