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Uni-Klinikum lockt Blutspender mit Pokémon Go

Mit Lockmodulen fängt man nicht nur viele Pokémons, sondern die Spieler gleich mit! So macht sich das Greifswalder Blutspende-Zentrum den Hype um das Smartphone-Spiel Pokémon Go geschickt zunutze.  Ein "Pokéstop" direkt vor der Tür - schon kommen die Pokémon-Spieler in Scharen und danken dem edlen Lockmodul-Spender mit ihrem Blut.

Mit diesem Foto von einem Pokémon im Greifswalder Blutspendezentrum wirbt die Uni-Medizin im Internet um Blutspender.
Blutspendezentrum Uni-Medizin Greifswald Mit diesem Foto von einem Pokémon im Greifswalder Blutspendezentrum wirbt die Uni-Medizin im Internet um Blutspender.

Man muss nicht lange suchen nach den Pokémon-Spielern am Greifswalder Uni-Klinikum: Sie starren gebannt auf ihr Smartphone und bevölkern die Bänke rund um den "Pokestop" vor dem Uni-Klinikum. "Dass wir so einen Pokestop vor unserer Tür haben, ist purer Zufall", sagt Ulf Alpen vom Blutspendezentrum: "Aber einer unserer Spender hat uns darauf aufmerksam gemacht und uns vorgeschlagen, das auszunutzen."

Zu bestimmten Zeiten legt nun also ein Mitarbeiter des Blutspende-Zentrums ein Lockmodul am Pokéstop vor der Tür des Blutspendezentrums aus. Für eine gewisse Zeitspanne treiben sich hier dann besonders viele Pokémon rum, die von den Spielern gefangen werden können.

Blut spenden und dabei Pokémon fangen

Das Kalkül hinter der Aktion ist naheliegend: "Wir werben mit dem Pokéstop und hoffen, dass der ein oder andere das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet und gleich noch Blut spenden geht", sagt Ulf Alpen: "Denn immerhin kann man auch während der Wartezeit im Blutspendezentrum weiter Pokémon fangen."

Tatsächlich sind die Spenderzahlen bereits an den ersten Tagen der Aktion messbar gestiegen, auch wenn es noch keinen Ansturm gab: "Wir haben die Zeiten, an denen das Lockmodul ausliegt, bewusst so gewählt, dass wir auch genug Kapazitäten haben", sagt Alpen. Und in der Sommerzeit ist der Spendermangel am Klinikum ohnehin besonders groß.

In dieser Woche liegen am Mittwoch von 14.30 bis 15.30 Uhr sowie am Donnerstag und Freitag von 9.30 bis 10.30 Uhr Lockmodule aus. Ob die Aktion danach fortgesetzt wird, ist noch nicht klar.