Angebliches Klinik-Chaos:

Uni-Medizin wehrt sich gegen Gerüchte

Auf einer Usedomer Internet-Seite hieß es, in der Greifswalder Kinderklinik sei es am Wochenende zu stundenlangen Wartezeiten gekommen. Die Uni-Klinik weist das vehement zurück.

Von den angeblichen Turbulenzen will man im Greifswalder Klinikum nichts wissen. Es sei ein ganz normales Wochenende gewesen.
Stefan Sauer / NK-Archiv Von den angeblichen Turbulenzen will man im Greifswalder Klinikum nichts wissen. Es sei ein ganz normales Wochenende gewesen.

Die Kinderklinik in Anklam ist seit gestern wieder geöffnet, doch Ruhe kehrt in den vorpommerschen Klinik-Streit noch lange nicht ein. Zu groß ist die Wut in und um Wolgast. Dort wurde die Kinderstation am Wochenende geschlossen.

Und genau dieser Übergang soll für ein echtes Chaos gesorgt haben. Das wird jedenfalls im Internet verbreitet und sorgte am Montag für mehrere Nachfragen in der Nordkurier-Redaktion. Kranke Kinder und besorgte Eltern aus dem Norden des Landkreises seien mangels Alternativen allesamt nach Greifswald gefahren. Die Klinik sei wegen zahlreicher Durchfallerkrankungen bei Kindern völlig überlastet gewesen.

Keine Überbelegung in Greifswald

Der Darstellung widerspricht man in Greifswald allerdings sehr deutlich. „Das Wochenende in der universitären Kindernotaufnahme verlief ruhig und normal“, sagt Professor Holger Lode, Direktor der Uni-Kinderklinik, er auf Anfrage. Insgesamt habe man am Samstag und Sonntag in der Notaufnahme 35 Kinder und Jugendliche betreut. „Fünf Patienten mussten stationär aufgenommen werden. Eine Häufung von Durchfallerkrankungen gab es nicht.“ Die Klinik sei auch nicht überbelegt gewesen, sondern gerade mal zu 66 Prozent ausgelastet.

Gegen die Gerüchteküche im Netz will die Universitätsmedizin derweil auch juristisch vorgehen. Der ärztliche Vorstand, Thorsten Wygold, sprach von gezielten Falschmeldungen. Man habe rechtliche Schritte eingeleitet.

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