Unmögliches Verhalten:

Großer Rettungseinsatz wegen eines schlechten Scherzes

Immer wieder mussten in den vergangenen Tagen Menschen aus der Ostsee gerettet werden. Eine Frau verlor gar ihr Leben. Um so unverständlicher, was sich ein Tourist aus Neubrandenburg am Mittwoch am Strand von Bansin auf Usedom erlaubte.

Viele Urlauber ignorieren am Strand von Bansin die Anweisungen der Rettungsschwimmer. Immer wieder führt das zu ärgerlichen und gefährlichen Situationen.
Tilo Wallrodt Viele Urlauber ignorieren am Strand von Bansin die Anweisungen der Rettungsschwimmer. Immer wieder führt das zu ärgerlichen und gefährlichen Situationen.

Ein 51-jähriger Urlauber aus Neubrandenburg löste am Mittwochnachmittag einen Einsatz von Rettungskräften, Sanitätern, einem Notarzt und der Polizei aus, als er androhte, sich in den Wellen das Leben zu nehmen. Zu dieser Aussage ließ sich der Mann hinreißen, weil er sich über die Anweisungen einer Rettungsschwimmerin ärgerte.

Der Neubrandenburger legte sich am Mittwoch gegen 15 Uhr trotz angezeigter Gefahren bäuchlings am Bansiner Strandufer in die schäumenden, kniehohen Wellen.

Auf die Warnhinweise einer jungen Rettungsschwimmerin reagierte der Mann verärgert. "Weil ich mich umbringen will", rief der Tourist der Rettungskraft zu. Da sie zum ersten Mal in einer solchen Situation war, informierte die 19-Jährige ihre Kollegen.

Einsatz bindet wichtige Rettungskräfte

Daraufhin trat die übliche Rettungskette zur Gefahrenabwehr in Kraft, die den Einsatz von mehreren Rettungsschwimmern, der Polizei und eines Krankenwagens mit Sanitätern und einem Notarzt vorsieht.

"Es kommt immer wieder vor, dass Menschen den Freitod in der Ostsee wählen und ihre Ankündigung als letzten Hilferuf verstehen. Da versteht keiner mehr einen Spaß", sagt Axel Falkenberg, Pressesprecher der Polizeiinspektion Anklam.

"Ein solcher Einsatz bindet Kräfte, die anderswo an der Ostseeküste sicherlich Wichtigeres zu tun haben. Die Rettungsschwimmer machen einen tollen Job und wir sollten alle froh sein, sie zu haben."

Den Einsatz bezahlen werde der Mann wohl nicht, sondern der Steuerzahler.

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Kommentare (2)

Die Frage bezieht sich auf den letztenb Satz. Warum muss er den Einsatz nicht bezahlen? Es gibt Scherze, die macht man nicht. Da muss man auch für die Folgen gerade stehen.

Die Polizei überprüft die Kostenumlage im Einsatzfall und schreibt auch des Öfteren Kostenmitteilungen an Personen, die fahrlässig Einsätze verursachen. Allerdings erlaubt die Gesetzeslage, Axel Falkenberg von der Anklamer Polizei zufolge, nur äußerst selten auch eine Kostenumlage. Der Knackpunkt ist, dass nachgewiesen werden muss, dass der Verursacher mit seiner Handlung abschätzen kann, welches Ausmaß sein Handeln hat. Das ist oft nicht möglich. Auf der anderen Seite hat die Gesetzeslage auch ihre Vorteile. So müssen sich Bürger keine Sorgen machen, dass sie für Einsätze zur Kasse gebeten werden, die sich im Nachhinein als unnötig herausstellen, zum Beispiel, wenn sie sich um einen Nachbarn sorgen.