Zwillingstod:

Verfahren gegen Oma

Die beiden 16 Monate alten Zwillingsschwestern, die am Sonnabend in Brook in einem Gartenteich ertrunken sind (Nordkurier berichtete gestern), werden obduziert.

Das entschied die Staatsanwaltschaft in Schwerin. Oberstaatsanwalt Stephan Urbanek will auf diese Weise die genaue Todesursache ermitteln. Eine Befragung der Beteiligten gestaltete sich auch gestern sehr schwierig, weil die Familie unter Schock steht. Die Behörde geht derzeit davon aus, dass die beiden Mädchen ertrunken sind. "Wir haben jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen die 57-jährige Großmutter wegen der Verdachts der fahrlässigen Tötung zum Nachteil ihrer Enkelkinder eingeleitet", sagte Urbanek. Er bestätigte zudem den Alkoholgenuss der Großmutter. Vor Ort war von 2,57 Promille die Rede. Er verweist darauf, dass zudem der Verdacht der Aufsichtspflichtverletzung seitens der Großmutter besteht, da die Gefahrenquelle nicht ordnungsgemäß gesichert sei.

Thomas Rosenfeld von der Stadt Lübz zeigte sich nach der schrecklichen Nachricht "schockiert". Er wird den Kontakt zum Jugendamt suchen, um gemeinsam nach Wegen der Unterstützung für die Familie zu suchen. Die Kinder, so heißt es aus dem Jugendamt, lebten bei der alleinstehenden Mutter, bei der noch ein Geschwisterchen sein soll.

Das Drama geschah am Sonnabend, dem bisher heißesten Tag des Sommers. Lin-Jennifer und Fenja-Sophie verbrachten den Tag bei ihrer Großmutter im Garten. Die Oma muss reichlich Alkohol getrunken haben. Mit dabei war der 22-jährige Bruder der Mutter. Er verließ den Garten für eine halbe Stunde. Offenbar war die Großmutter in dieser Zeit eingenickt. Als der 22-Jährige zurückkam, lagen die Mädchen leblos im kleinen Teich.

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