Sauberkeit in Anklam:

Vermüllt der Sparzwang Anklam noch mehr?

Auch bei der Straßenreinigung in Anklam wurden die Mittel ordentlich gekürzt. So sehr, dass die Reinigung nicht mehr wie bisher fortgeführt werden kann. Dabei monieren schon jetzt viele Anklamer „Unsere Stadt wird immer dreckiger“.

Achtlos weggeworfene Kippen machen einen Großteil des Mülls in der Keilstraße aus: Müllen sich die Anklamer selbst zu?
Anne-Marie Maaß Achtlos weggeworfene Kippen machen einen Großteil des Mülls in der Keilstraße aus: Müllen sich die Anklamer selbst zu?

Es könnte alles so schön werden in Anklam: Die Umgestaltung der Innenstadt geht voran. Die Keilstraße lässt bereits erahnen, wie sich Anklam zukünftig präsentieren soll. Doch immer mehr Anklamer monieren, dass ihre Stadt dreckiger wird. Ob Hundekot, achtlos weggeworfenes Papier oder, so wie in der vergangenen Woche nach dem Sturm, umherfliegender Müll aus aufgerissenen gelben Säcken – so geht das nicht weiter, finden auch die Mitglieder des Bauausschusses. Aber ist der jetzige Zustand erst die Spitze eines wachsenden Anklamer Müllproblems?

Fest steht: Von Seiten der Stadt wird in den kommenden Jahren kaum mehr gereinigt werden können. Vielmehr steht eine weitere Reduzierung der Straßenreinigung bevor, verdeutlicht die zuständige Bauamtsleiterin Sylvia Thurow. Denn auch bei der Straßenreinigung setzten die Stadtvertreter und die Kämmerei gehörig den Rotstift an.

Um mehr als 70 000 Euro wurde das Budget für die Straßenreinigung und den Winterdienst zusammengestrichen. Über 50 000 Euro sind es bei der Pflege öffentlichen Grüns. Dass dies nicht ohne Abstriche zu machen sei, betonte Sylvia Thurow bereits in der Sitzung des Finanzausschusses. Das Haushaltssicherungskonzept wurde aber angesichts der angespannten Finanzlage letztlich von allen Stadtausschüssen, auch vom Bauausschuss, den Stadtvertretern zur Abstimmung empfohlen.

Doch die Mittelkürzungen werden nicht ohne Folgen bleiben: Die bestehenden Verträge mit den Reinigungsfirmen können so nicht erfüllt werden, weiß Sylvia Thurow. Derzeit vereinbare die Stadt dazu Gespräche mit den Vertragspartnern. Aber gleiche Arbeit für weniger Geld wird es kaum geben. Deshalb wird auch der Reinigungsturnus auf dem Prüfstand stehen: Wo jetzt zum Teil noch alle zwei Wochen gereinigt werde, reiche vielleicht auch ein Drei-Wochen-Rhythmus aus. Ist der Abstand aber zu lang, erhöhe sich wiederum der Reinigungsaufwand.

Letztlich bedeute dies, dass nicht nur die Reinigungsleistungen heruntergeschraubt werden, sondern auch die Bürger mehr in die Pflicht genommen werden, so Thurow. Wenn sich dann „Dreckecken“ bilden, seien die Hausbesitzer in der Pflicht. Auch wenn es sicherlich nicht angenehm sei, für nachlässige Mitbürger Müll oder sogar Hundekot fortzuräumen.

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