H5N8 nachgewiesen:

Huhn in Anklam mit Vogelgrippe infiziert

Ein neuer Vogelgrippe-Fall in Mecklenburg-Vorpommern: Diesmal ist ein Hobby-Geflügelhalter in Anklam betroffen.

Maurizio Gambarini Ein neuer Fall der Vogelgrippe in MV wurde am Dienstagabend bekannt.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen weiteren Vogelgrippe-Fall mit dem hochansteckenden Erreger H5N8. Dies bestätigte dem Nordkurier noch am späten Dienstagabend der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums, Constantin Marquardt.  Das Virus wurde bei einem toten Haushuhn aus dem Bestand eines Hobbyhalters in einem Tiergehege im Anklamer Stadtpark nachgewiesen, sagte Amtstierarzt Holger Vogel am Mittwoch. Der gesamte Bestand werde getötet, hieß es. Der Landkreis bereite derzeit die nötigen Seuchenschutzmaßnahmen vor, sagte eine Sprecherin.

Das tote Huhn sei am Freitag gefunden worden. Es kommt nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald aus einem Bestand von etwa 50 Tieren eines privaten Geflügelhalters, der Enten, Hühner und Gänse hat. Der Halter hatte die Veterinärbehörden alarmiert.

Schon der vierte Fall seit November

Experten gehen davon aus, dass Wildvögel die Krankheit übertragen. Bei ähnlichen Fällen mit dem hochansteckenden Erreger H5N8 waren Sperrgebiete in einem Radius von drei Kilometern und Beobachtungsgebiete in einem Zehn-Kilometer-Umkreis eingerichtet worden.

Es ist der vierte Vogelgrippe-Fall im Nordosten seit November. Zuerst war in Heinrichswalde (Kreis Vorpommern-Greifswald) ein Bestand von mehr als 30 000 Mastputen betroffen. Zwei Wochen später wurde auf der Insel Ummanz bei Rügen das Virus H5N8 erstmals in Europa bei einem für Untersuchungszwecke abgeschossenen Wildvogel - einer Krickente - nachgewiesen. Anfang Januar trat die Vogelgrippe bei Störchen im Rostocker Zoo auf.

 

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Es gibt auch andere Infektionsmöglichkeiten. So hält sich z. B. Geflügelsalami (Rohwurst) über längere Zeit. In dieser bleiben Erreger erhalten. Verfüttert etwa jemand ein Wurstbrot, kann die Ente die Viren aufnehmen und wieder ausscheiden - im Kot ist dann das Virus nachweisbar. Möglich ist auch ein Eintrag über Fischfutter in das Gewässer, möglich ist Geflügelkot auf Feldern, der in Gewässer durch Regen eingespült wird. Oft werden selbst Geflügelkadaver aus Großanlagen auf Feldern mit dem Kot entsorgt. Der Kot wird ja nicht nur im Umkreis der Geflügelanlagen ausgebracht, sondern legt oft weite Strecken zurück, da die Umgegend der Mastanlagen meist schon überlastet ist. Festzuhalten bleibt: - H5N8 brach in Europa in mindestens 10 Stall-Großgeflügelhaltungen aus! - Es wurde in ganz Europa nur bei sehr wenigen (4-6, bei oft unsicherer Diagnose) Wildvögeln - von tausenden untersuchter Wildvögel - entdeckt! - Freilandhaltungen blieben bislang verschont! - Dass es nun doch eine Hobbyhaltung trifft, belegt nicht, dass Wildvögel der Auslöser waren, denn Untersuchungen zufolge haben Wildvögel kaum Kontakt zu Hausgeflügel. Hier könnte der Fall anders leigen, weil es sich um eine Stockente handelte. Dies alles sollte den Blick davon ablenken, dass das Phänomen H5N8 zunächst in Großstallungen auftrat - und zwar gleich in vielen weltweit. An den sehr wenigen gefundenen Wildvögeln kann dann das kaum gelegen haben.