Nächtliche Attacke:

Angriff auf Wohnung und Gasthaus vor AfD-Veranstaltung

Unbekannte haben an einem Greifswalder Gasthaus zahlreiche Scheiben eingeworfen - wenige Stunden bevor dort die AfD eine Diskussionsveranstaltung abhalten will. Auch das Privathaus eines AfD-Politikers wurde attackiert.

Rund ein halbes Dutzend Fenster zerstörten die unbekannten Täter an der Klosterschenke in Greifswald-Wieck. Dort findet am Montagabend eine AfD-Veranstaltung statt.
Carsten Schönebeck Rund ein halbes Dutzend Fenster zerstörten die unbekannten Täter an der Klosterschenke in Greifswald-Wieck. Dort findet am Montagabend eine AfD-Veranstaltung statt.

In Greifswald hat es in der Nacht zu Montag gleich zwei Angriffe in mutmaßlichem Zusammenhang mit einer geplanten AfD-Veranstaltung gegeben. Unbekannte warfen dabei Scheiben am Privathaus des AfD-Kreistagsabgeordneten Gunter Jess ein. Auch das Gasthaus Klosterschenke im mehrere Kilometer entfernten Stadtteil Eldena wurde beschädigt.

Die Partei hat für Montagabend eine Veranstaltung mit dem AfD-Bundespolitiker Konrad Adam in der Klosterschenke geplant. Ein halbes Dutzend Fenster des Gasthauses wurden zerstört. "Das ist gegen halb drei in der Nacht gewesen. Aber bis wir das bemerkt hatten, war es schon zu spät", berichtet Wirt Wolfgang Jochens, der über der Gastwirtschaft wohnt. Der Vortragsabend unter dem Motto "Zur politischen Lage Deutschlands - Die AfD als neue politische Kraft" soll dennoch wie geplant ab 19 Uhr stattfinden.

Kritik an Gastwirt

Dass Jochens, der für die CDU in der Greifswalder Bürgerschaft sitzt, seine Räumlichkeiten für eine AfD-Veranstaltung zur Verfügung stellt, hatte in den vergangenen Tagen für Aufregung gesorgt. Das Bündnis "Greifswald für alle" hatte Jochens Entscheidung öffentlich kritisiert und zu einer Mahnwache vor dem Gasthaus aufgerufen, die ebenfalls wie geplant am Montagabend stattfinden soll.

Gregor Kochhan, Kreistagsmitglied und Sprecher des Bündnisses, verurteilte die Attacken am Montag. "So etwas zu tun, ist bescheuert. Mir fehlen da wirklich die Worte", sagte er. Dass es einen Zusammenhang zwischen der Kritik des Bündnisses und den Angriffen gebe, wies er jedoch zurück.