Erkundung:

Vorpommern: Die Öl-Wanne der Republik

Wie groß ist das „Öl-Dorado“ Vorpommern? Das will die kanadische Firma CEP jetzt genauer wissen – und ab 2014 auch Flächen südlich von Anklam erkunden.

Bis so ein "Pferdekopf" tatsächlich Öl südlich von Anklam fördert, vergeht noch einige Zeit. 2014 will sich das kanadische Unternehmen CEP erstmal versichern, wie die Vorkommen in unserer Region aussehen.             
Sebastian Widmann Bis so ein "Pferdekopf" tatsächlich Öl südlich von Anklam fördert, vergeht noch einige Zeit. 2014 will sich das kanadische Unternehmen CEP erstmal versichern, wie die Vorkommen in unserer Region aussehen.  

„Vorpommern schwimmt auf Öl“, sagte Thomas Schröter, Chef der Kanandischen Ölsucher „CEP“ schon vorige Woche im Zusammenhang mit den Erdölfunden auf Usedom und im nördlichen Vorpommern. Doch wie viel Öl genau das ist, das unter uns in Vorpommern lagert, steht zurzeit noch nicht fest.

Bisher wissen die Ölsucher nur, dass in einem Streifen vom Darß bis auf die Insel Usedom Öl lagert. Dort wird bereits seit Jahrzehnten Öl gefördert und dort gab es auch zu DDR-Zeiten schon Probebohrungen. „Im südlichen Vorpommern ist das allerdings anders“, sagte Schröter jetzt vor dem Kreis-Umweltausschuss in Anklam: „Dort ist auch zu DDR-Zeiten kaum gebohrt worden.“ Die Vermutung der Ölsucher: Wenn es auch dort Öl gibt, dann am wahrscheinlichsten im Bereich zwischen Anklam und Friedland. Auch für diesen Bereich, das so genannte Erkundungsfeld Anklam, besitzt CEP die Erkundungsrechte – und beabsichtigt voraussichtlich 2014 auch erste Erkundungen.

„Zunächst steht aber nur eine seismische Untersuchung des Bereichs an“, sagt Schröter. Mit den Messungs-Daten will das Unternehmen zunächst am Computer errechnen, wie wahrscheinlich es ist, Öl zu finden. Aufwändig ist aber auch schon dieses Verfahren: Über die Vermessungs-Region wird ein Netz gezogen, bei dem im Abstand von wenigen hundert Metern Erkundungsstäbe in den Boden gesteckt werden, allerdings nicht sonderlich tief. Gemessen wird dabei das Magnetfeld im Boden.

Erst danach wollen die Ölsucher entscheiden, ob sich auch eine Probebohrung lohnt, wie 2012 auf Usedom: „Es ist zwar unwahrscheinlicher, dass wir dort ebenfalls auf Öl stoßen als etwa im nördlichen Vorpommern“, räumt Schröter ein. Doch ein gewisser Goldgräber-Geist treibt eben jeden Rohstoffsucher an – und so ist zumindest der Geologe ziemlich sicher: „Eigentlich müsste auch im Erkundungsfeld Anklam Öl vorhanden sein. Die Frage ist nur, ob man es fördern kann.“

Die Ausschuss-Mitglieder nahmen die Botschaft mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. Denn ob sich Ölförderung und Tourismus vertragen – darüber dürften Bürger und Politiker in den nächsten Monaten wohl trefflich streiten.

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