Tod mit 19 Jahren:

Was geschah in diesem Haus?

Die Drogen-Tragödie in Anklam, bei der ein 19-jähriges Mädchen starb: Entsetzen bei den schockierten Eltern, aber es ist - wenn das überhaupt möglich ist - noch schlimmer: Das Opfer hatte selbst eine vierjährige Tochter.

Der Eichenweg in Anklam. Hier ereignete sich die tödliche Drogen-Tragödie um eine 19-Jährige.
Gabriel Kords Der Eichenweg in Anklam. Hier ereignete sich die tödliche Drogen-Tragödie um eine 19-Jährige.

In den Schulen der Stadt, im Jugendclub Mühlentreff, in allen Sozialeinrichtungen Anklams nur ein Thema: Wie konnte das geschehen? Warum muss ein Mensch in unserer Stadt so einen traurigen Tod sterben? Nadine (19, Name geändert) und ihr tödliches Experiment mit Feuerzeuggas: Ein letzter trister Rausch, eine dumpfe Gelassenheit, wie die Wirkung solcher Mittel beschrieben wird. Bei Nadine folgt eine tiefe Bewusstlosigkeit, aus der auch der Notarzt sie nicht mehr zurückholen kann, dann der Tod. Aus jeder Deoflasche und selbst aus Sprühsahne-Dosen kann dieser Tod kommen, Nadine tat es mit Feuerzeuggas.

Ein trauriger Einzelfall, ein Mädchen, das wie wild mit Drogen experimentierte? Eher nicht, heißt es bei Experten in der Stadt, die darauf verweisen, dass solche Ausflüge in die Rauschwelt auch in Anklam keine Seltenheit sind. Deshalb war die junge Frau aus dem Eichenweg, so wie sich Nachbarn an sie erinnern, auch in keiner Weise auffällig. Sie und ihre 4-jährige Tochter haben sie hier öfter gesehen, und die beiden machten gar keinen schlechten Eindruck.

Die gelernte Verkäuferin war seit einem Jahr arbeitslos, aber ihre Tochter gab ihr Halt und ihre Tage hatten Struktur: Sie machte eine Umschulung im nahen Haus der Bildung. Und doch muss da auch das Bedürfnis nach Rausch, nach jenem tückischen Trip aus dem Feuerzeug gewesen sein.

Das kostet fast nichts, bleibt unauffällig. Oft bekommen nicht einmal die Angehörigen etwas mit. Keiner kann sagen, wie verbreitet das Teufelszeug ist, aber so viel sagt Suchttherapeut Christian Fritz aus Anklam dann doch: „Es ist wohl kein Einzelfall.“ Jugendliche probieren viel aus, schon seit eh und je gehört auch der Griff zum Feuerzeug, zu Klebstoff oder zu Fleckentferner dazu. „Allerdings bleiben nur wenige dann auch bei den Stoffen hängen“, sagt Fritz, der bei der Suchtberatung der Volkssolidarität arbeitet.

Vor ein paar Jahren gab es hier in Anklam Jugendliche, die trafen sich nachmittags, um Etikettenentferner zu schnüffeln. Jeder schniefte einen kleinen Schluck durch Mund oder Nase – nur einer blieb nüchtern, um zu kontrollieren, dass niemand am Erbrochenen erstickt. Der Polizei werden solche Fälle nur selten bekannt: Die Substanzen sind legal, die Abhängigen selten kriminell. Vor einigen Jahren gab es in Greifswald einen ähnlichen Todesfall wie jetzt: „Wir können nur eindringlich vor dem Zeug warnen“, sagt die Polizeisprecherin: „Denn verhindern, dass es benutzt wird, kann niemand.“

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Kommentare (2)

Vielleicht passierte das Ganze ja im Rahmen einer RTL- scripted reality und bald erscheint die Reinkanation der komischen Teenie-Mama aus der Platte, dann wird alles gut :) Und zum Nachtisch gibt es noch etwas leckere Gulasch-Eiscreme! :)

Sollte bestimmt witzig gemeint sein, Ihr Kommentar. Ehrlich gesagt, ist er aber ziemlich pietätlos. Hier ist ein Mensch gestorben, das muss man nicht auf diese Art und Weise in den Dreck ziehen. Es ist nur zu hoffen, dass niemandem aus Ihrer Familie etwas Schreckliches passiert und sich andere Menschen auf eine solche Art wie der Ihren darüber lustig machen. Abgesehen davon: Ihre Gulasch-Erwähnungen in jedem Kommentar sind mittlerweile auch nur noch zum Gähnen...