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Was ist da los? Krank, kranker, Vorpommern

VonGabriel KordsGrippe, Noroviren und Scharlach: Viele Krankheiten müssen gemeldet werden, wenn sie gehäuft in Familien oder Krankenhäusern auftreten. ...

Für die Vorbeugung vor Infektionskrankheiten gelten simple Regeln, betonen Mediziner immer wieder. So gilt besonders regel- mäßiges und gründliches Händewaschen als wichtiger Schutz . [KT_CREDIT] FOTO: Heiko Wolfraum/dpa-Archiv

VonGabriel Kords

Grippe, Noroviren und Scharlach: Viele Krankheiten müssen gemeldet werden, wenn sie gehäuft in Familien oder Krankenhäusern auftreten. Schon jetzt gab es 2013 im Kreis deutlich mehr solcher Häufungen als im ganzen Jahr 2012.

Anklam.Marlies Kühn, Chefin des Gesundheitsamts beim Landkreis, ist selbst ein wenig verwundert über die Zahlen, die zeigen, dass die Infektions-Häufungen in diesem Jahr deutlich höher sind als in den Vorjahren. Unter einer Häufung versteht ihre Behörde, wenn Krankheiten wie die Grippe, Scharlach oder Noroviren in „zeitlicher und örtlicher Häufung“ auftreten. „Dabei spielt keine Rolle, ob die Häufung in einer Familie, einer Schule oder einem Krankenhaus auftritt“, sagt Kühn. Ärzte und Behördenleiter sind verpflichtet, solche Vorfälle ans Gesundheitsamt zu melden. Und das war im Jahr 2013 schon 374-mal der Fall – und damit häufiger als im gesamten Jahr 2012, in dessen zwölf Monaten es 349 gemeldete Häufungen gab.
Stecken sich die Vorpommern also neuerdings öfter mit gefährlichen Infektionskrankheiten an? Einerseits ja, sagt Kühn – aber andererseits sei das noch kein Grund zur Beunruhigung. Sie geht davon aus, dass der sprunghafte Anstieg vor allem mit der Grippewelle von Januar bis März zu erklären sei: „Wir hatten allein in der Stadt Greifswald 40 Grippe-Häufungen in Familien, das ist eine ungewöhnlich hohe Zahl.“
Woran das liegt, darüber kann auch Expertin Kühn nur spekulieren: „Möglicherweise haben sich weniger Menschen impfen lassen als in den Vorjahren.“ So steige die Gefahr, dass eine aus der Arbeit oder der Schule mitgebrachte Grippe gleich in der ganzen Familie die Runde macht. Weil eine Häufung oft aber schon vorliegt, wenn es bloß zwei oder drei Fälle gibt, sind die Vorpommern momentan noch auf der sicheren Seite – eine regelrechte Epidemie sind die Häufungen noch nicht, sagte Kühn im Gesundheitsausschuss des Kreises.
Auch in Kitas zählte das Amt bislang rund 20 Häufungen allein in Greifswald, auch das ein vergleichsweise hoher Wert. Sieben Häufungen meldeten Greifswalder Senioren- und Pflegeheime.
Für die Vorbeugung vor Infektionskrankheiten gelten simple Regeln, betonen Mediziner immer wieder. So gilt besonders regelmäßiges und gründliches Händewaschen als wichtiger Schutz, auch die regelmäßige Kontrolle des bestehenden Impfschutzes, über den im Impfausweis Buch geführt wird, ist in jedem Fall ratsam.

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