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Was tut die Polizei gegen "Hansa"-Schmierereien?

„HANSA“ – unübersehbar prangt dieser Schriftzug an der Anklamer Umgehungsstraße. Die Anhänger des Fußballclubs beweisen ihre Zuneigung auf ganz eigene Art – mit Graffitis. Der Verein missbilligt das zwar, die Polizei glaubt aber nicht, dass ein Ende in Sicht ist.

Selbst die nagelneue Lärmschutzwand an der neuen Umgehungsstraße haben die Wüstlinge schon „verziert“.
Gabriel Kords Selbst die nagelneue Lärmschutzwand an der neuen Umgehungsstraße haben die Wüstlinge schon „verziert“.

In riesigen Lettern steht es überall in der Stadt: „Vorpommern Mob“, „Alles für den FCH“ oder einfach nur die fünf Buchstaben „Hansa“. Möglichst groß und möglichst auffällig. Egal, ob mit Aufklebern, Stift oder Sprühdose, die Anhänger des F.C. Hansa Rostock drücken ihre Verbundenheit auf sehr unterschiedliche Weise überall in Anklam und in Vorpommern aus. Das neueste illegale Werk befindet sich an der neuen Lärmschutzwand der Umgehungsstraße.

Für die meisten Kunststücke dieser Art ist der „Vorpommern Mob“ verantwortlich, dessen Mitglieder laut Polizeisprecher Axel Falkenberg schwerpunktmäßig in Greifswald wohnen. Die Polizei ordnet sie der Ultra-Bewegung zu, in der sich besonders fanatische Vereins-Anhänger organisieren. Sie selbst bezeichnen sich in einem Internetforum nicht als klassischen Fanclub des Fußballvereins, sondern eher als Freundeskreis.

287 Anzeigen wegen Sachbeschädigung durch Graffiti

„Uns missfallen generell Schmierereien und Graffitis, die fremdes Eigentum beschädigen“, äußert sich dazu Hansa-Sprecher Lorenz Kubitz. Mit sozialen Projekten und der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wolle man seinen Teil dazu beitragen, Jugendlichen Normen und Werte zu vermittelt, damit sie „ihre Kreativität auf legale Art und Weise ausleben können.“

In der Polizeiinspektion Anklam beobachtet man das Problem dieser Schmierereien schon seit mehreren Jahren, und Falkenberg glaubt auch nicht, dass es in absehbarer Zeit aufhören wird: „Wenn die in ein gewisses Alter kommen, dann hören sie vielleicht wieder auf, aber dann rücken dafür die Jungen nach.“

287 Anzeigen wegen Sachbeschädigung durch Graffiti zählte die Polizei insgesamt im Zuständigkeitsbereich. Dazu gehören aber nicht nur die Fan-Botschaften, sondern auch klassische Schmierereien. Die meisten Anzeigen gab es in Greifswald, danach kommt Anklam mit 23. Hier in der Hansestadt ist die Tendenz sogar steigend: 41 waren es schon in diesem Jahr. Die Aufklärungsquote liegt bei unter zehn Prozent. Die Ursache ist laut Falkenberg ganz einfach: „Wenn wir sie nicht auf frischer Tat erwischen, dann geht meist nichts mehr.“