:

Wasserschlacht schrammt an der Sensation vorbei

VonStefan HoeftDas war spannend: Buchstäblich auf den letzten Metern hat sich der Wettkampf der Wehren des Amtes Jarmen-Tutow entschieden. Zwei mögliche ...

So sehen Gewinner aus: Auch wenn die Siegerehrung in einer dunklen Kartoffelhalle über die Bühne ging, tat das dem Jubel der Tutower Brandbekämpfer keinen Abbruch, als sie endlich den dicken Wanderpokal hochreißen durften.  FOTOs: Stefan Hoeft

VonStefan Hoeft

Das war spannend: Buchstäblich auf den letzten Metern hat sich der Wettkampf der Wehren des Amtes Jarmen-Tutow entschieden. Zwei mögliche Sensationen blieben zwar aus, doch eine seit einem Jahrzehnt bestehende Serie hält. Und erneut sorgten Knoten für heftige Flüche.

Zarrenthin/Tutow.Es bleibt dabei: Keine Mannschaft aus der Peenestadt und ihrem Umland gewinnt den Amtsausscheid mehr als dreimal hintereinander. Nach Alt Tellin um die Jahrtausendwende und später Tutow machte am Sonnabend auf dem Zarrenthiner Bolzplatz nun Völschow diese ernüchternde Erfahrung. Da „stahlen“ ihnen wie zuletzt 2009 die Tutower die Schau und holten in der Besetzung Sebastian Dietze, René Garbe, Andreas Prawel, Dominik Scharf, Tommy Schuldt, Michael Treptow und Peter Wegwert auch den großen Wanderpokal.
Zwar waren die Sieger der Ausrichter, doch mit Heimvorteil hatte der Erfolg wenig zu tun. Intensiver Dauerregen sorgte nämlich für wenig „normale“ Zuschauer. Zum Glück stand auf der anderen Straßenseite die große Kartoffelhalle zur Verfügung, sodass zumindest beim Essen und in den Wettkampfpausen alle im Trockenen saßen beziehungsweise standen.
Absagen wollte den Vergleich auf der durchgeweichten Löschangriff-Bahn niemand, zu heiß waren alle darauf, wer dieses Jahr das Rennen macht. Da passte es gut, dass laut Auslosung ausgerechnet Tutow und Völschow als letzte an den Start mussten. Also jene zwei, an die seit 2003 sämtliche Titel gingen. Unmittelbar vor ihnen kam Kruckow-Schmarsow, die im Vorjahr unerwartet Rang zwei holten.
Dass dies keine Eintagsfliege war, bewiesen sie in Zarrenthin eindrucksvoll im ersten Löschangriff. Der lief wie am Schnürchen und toppte mit 37,20 Sekunden alle vorherigen. Und wenn die B-Schläuche ordentlich gelegen hätten, wäre es noch schneller gegangen. Ganz andere Probleme und lange Gesichter zeigten die Tutower. Sie kamen zwar besser vom Start weg und waren auf dem Weg zur neuen Spitzenzeit, doch dann streikte die Pumpe – Benzinhahn zu.
Trotz Favoritenbürde schien Völschow die sich so bietende Chance umgehend zu nutzen. Die Kameraden spurteten was das Zeug hielt und waren schneller als alle anderen am Strahlrohr. Aber weil der Mann am Verteiler den zweiten Schlauch vergaß, wurden es „nur“ 38,10 Sekunden, sprich erstmal Rang zwei. Wobei jedem klar war, dass sich die Gesamtwertung wie fast immer bei „Stichen und Bunden“ entscheiden dürfte. Immerhin kommen zu den dort erreichten Zeiten für jeden Fehler drei Strafsekunden.
Kruckow/Schmarsow blieb wie sonst nur Daberkow ohne Patzer – bei tollen 45,09 Sekunden. Zwar knotete Tutow flinker, doch ein Fehler brachte sie wieder ins Hintertreffen. Schlimmer erwischte es den Titelverteidiger: Unwesentlich langsamer als der Dauerrivale, rissen sechs Strafsekunden Völschow aus allen Siegträumen. Und ließen den Überraschungs-Vize von 2012 hoffen, es diesmal ganz oben aufs Podest zu schaffen. Zumal das immer matschigere Geläuf kaum bessere Zeiten im zweiten Löschangriff vermuten ließ.
Das bestätigte sich auch bei Kruckow selbst, sodass nur noch Tutow die Sensation verhindern konnte. Und genau das tat der Gastgeber in beeindruckender Weise.
Er stürmte mit so einem Siegeswillen nach vorn, dass selbst ein unterwegs verlorener Verteiler wenig Schaden anrichtete und am Ende der Spitzenwert von 34,20 Sekunden stand. Völschow legte mit 36,10 ebenfalls gut nach, doch für den Pokal hätten sie schon unter einer halben Minute bleiben müssen.