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Weniger neue Schulden, immer noch Mist!

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald nimmt zwar von Jahr zu Jahr weniger neue Schulden auf, wie jetzt der neue Haushaltsentwurf für 2014 zeigt. Doch das ist noch kein Grund zum Jubeln: Denn immer noch wächst der Mistberg aus Schulden von Jahr zu Jahr: 2014 werden es 170 Millionen sein. Viel zu tun also für Sparminator Peter Lindt.

Die Neuverschuldung des Großkreises soll 2014 nur noch bei 14 Millionen Euro liegen.             
Gabriel Kords Die Neuverschuldung des Großkreises soll 2014 nur noch bei 14 Millionen Euro liegen.  

Ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit, für viele der stressigste Jahresabschnitt, müssen sich Vorpommerns Kreis-Politiker mit dem einen ganz großen Thema auseinandersetzen: dem Haushalt für 2014. Einmal im Jahr steht der Entschluss über das Papier an, das regelt, wie viel der Kreis wofür ausgeben darf – und wie viele Schulden er machen muss. 

Jetzt hat die Kreisverwaltung den Politikern ihre Planung für 2014 vorgelegt. Das Erstaunlichste an den neuen Zahlen: Die Neuverschuldung des Großkreises soll 2014 nur noch bei 14 Millionen Euro liegen. Zur Erinnerung: 2013 macht der Kreis 25 Millionen neue Schulden, 2012 waren es sogar 38,5 Millionen Euro. Die Neuverschuldung nimmt also rapide ab – und das ganz ohne die Hilfe von Sparminator Peter Lindt und seinem Experten-Team. Die Berater sind zwar seit September auf Spar-Mission im Landkreis, mit Ergebnissen wird aber erst im Frühjahr 2014 gerechnet.

Bis dahin soll der neue Haushalt längst beschlossene Sache sein, der Kreistag am 9. Dezember bereits grünes Licht dafür geben. „Ich rechne insofern nicht damit, dass der Spar-Berater noch Einfluss auf den Haushalt nimmt“, sagt Finanz-Dezernent Dennis Gutgesell. „Allerdings müssen wir zu unserem Haushalt wegen der Verschuldungslage auch ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen.“ Darin soll stehen, wie der Kreis mittelfristig von seinen Schulden – inzwischen über 150 Millionen Euro – wegkommen will. „Und dieses Konzept erarbeiten wir erst, wenn die Ergebnisse des Spar-Beraters vorliegen“, sagt Gutgesell.

Dass die Neuverschuldung auch ohne Sparminator-Hilfe immer weiter sinkt, hat laut Gutgesell verschiedene Gründe: „Die Städte und Gemeinden haben mehr Steuern eingenommen, was an der guten Wirtschaftslage und der umsichtigen Wirtschaftsförderung unserer Bürgermeister liegt.“ Allein dadurch sinkt das Defizit um 8 Millionen Euro. Durch die Hilfe von Beratern, die der Kreis in den letzten Jahren selbst engagierte, seien ebenfalls Einsparungen im Bereich Jugend und Soziales möglich gewesen. Und auch fürPersonal gibt der Landkreis immer weniger aus: „Das halte ich inzwischen allerdings für grenzwertig“, sagt Dennis Gutgesell: „Viele Bereiche in unserer Verwaltung sind schon jetzt heillos überlastet.“

Stellt sich die Frage: Wozu braucht der Kreis eigentlich einen 300 000 Euro teuren Sparberater, wenn die Finanzlage ganz von selbst immer besser wird? Diese Debatte will Gutgesell nicht noch einmal führen: „Wir sind froh, dass der Berater da ist, und hoffen, dass er uns im Frühjahr Wege aufzeigt, wie wir intelligent und im Sinne der Bürger sparen können. Eine Musikschule dichtmachen oder sonst irgendein Angebot streichen, können wir auch ohne fremde Hilfe, aber das schadet den Menschen hier im Kreis mehr als es ihnen nützt.“ Die Frage sei also weiterhin, wie der Kreis ohne neue Schulden auskommt. Und dann sind da ja auch noch die 150 Millionen Euro an alten Schulden.