E-Mail-Kontrolle:

Wer stand denn da bei der SPD auf der Leitung?

Auf der Internetseite von Katharina Feike (SPD) wurde der E-Mail-Verkehr zum Teil an ihren Fraktionschef im Landtag weitergeleitet. Doch das war lediglich eine technische Panne und keine Kontrolle, behaupten die Sozialdemokraten.

Post für Katharina Feike wurd vom System abgegriffen und direkt an ihren Fraktionschef umgeleitet.             
Montage: Nordkurier;dpa/Foetzke Post für Katharina Feike wurd vom System abgegriffen und direkt an ihren Fraktionschef umgeleitet.  

Man muss nicht alles im Kopf haben, und das gilt auch für die E-Mail-Adresse von Katharina Feike. Die sozialdemokratische Landtagsabgeordnete von der Insel Usedom hat schließlich eine eigene Homepage. Im Impressum von „katharina-feike.de“ findet sich die gesuchte Information, und wer info@katharina-feike.de anklickt, kann seine Meldung gleich in ein E-Mail Feld hineinschreiben. Doch dann die Überraschung: Als Adressat der Nachricht wird dann nicht die Landtagsabgeordnete von der Insel Usedom, sondern der SPD-Fraktionschef Dr. Norbert Niszery angegeben. Diese Entdeckung machte ein Reporter des Nordkurier, als er Katharina Feike einige Fragen zur Gerichtsreform stellen wollte. Die Sache schien ungeheuerlich. Musste die junge Landtagsparlamentarierin die E-Mails vom Chef absegnen lassen?

Hoppla, Verlinkungsfehler?

SPD-Landtagssprecher Alexander Kujat reagiert ungläubig auf die Sache. E-Mail-Kontrolle bei der SPD, das könne er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Allerdings hatte er auch keine Erklärung für den ominösen E-Mail-Verkehr auf Katharina Feikes Seite. Gut vier Stunden später lässt sich SPD-Fraktionschef Niszery zu einer Erklärung herab: „Die Weiterleitung über das Impressum der Internetseite Katharina-feike.de auf die Wahlkreis-Mail-Adresse von mir beruht auf einem Verlinkungsfehler“, schreibt der SPD-Fraktionschef. Dieser Fehler sei bisher nicht erkannt worden, da über das Impressum bisher keine Kontaktaufnahme erfolgt sei. „Ich hatte über das fehlerhafte Mailformular noch nicht eine einzige E-Mail erhalten“, beteuert Niszery.

Feikes Wahlkreismitarbeiter Patrick Dahlemann gibt sich zerknirscht. Auch er spricht von einem technischen Fehler. Ein Mitarbeiter des Büros habe für die eigene Internetseite wohl die Maske der Schweriner Landtagsseite verwendet, aber die Daten nicht geändert. Das geschah dann am Mittwoch.

Galander sieht Feike als Marionette

Also alles nur ein Versehen? Der Anklamer Bürgermeister Michael Galander sieht sich in seinen Vermutungen bestätigt, dass Katharina Feike nach dem Willen ihrer Parteioberen tanzen müsse: „Sie ist doch noch so klein in der Politik, da muss sie der Fraktionschef doch an die Hand nehmen.“ Und auch Karl-Dieter Lehrkamp, Chef der CDU-Fraktion in der Anklamer Stadtvertretung, meinte: „Das passt ins Bild. Echte Aktionen vermisst man von Frau Feike in Anklam.“

Fest steht: Auch wenn die Angelegenheit nur auf einem technischen Problem beruht, ist sie doch als Verstoß gegen das Telekommunikationsgesetz zu werten, erklärte Reinhard Dankert, Datenschutzbeauftragter in MV. Allerdings, mehr als ein „Du Du“ muss die SPD nicht befürchten.  Denn offenbar sei niemand geschädigt worden und die Weiterleitung abgestellt.

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