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Wie bitte funktioniert ein Butterfass?

VonVeronika MüllerButterfässer, Waschbrett oder Rübenheber –kaum jemand kenntdie Gerätschaften noch,die unsere Vorfahrenim Haushalt und beider Hofarbeit ...

Klaus Brandt weiß noch wie es geht: Das Waffeleisen wurde auf dem Herd in Kochringe eingepasst und erhitzt – dann konnte gebacken werden. Doch Vorsicht: heiß! Schutzgriffe gab es nicht.

VonVeronika Müller

Butterfässer, Waschbrett oder Rübenheber –
kaum jemand kennt
die Gerätschaften noch,
die unsere Vorfahren
im Haushalt und bei
der Hofarbeit benutzten.
In Stolpe können diese Dinge ab 7. Mai besichtigt werden.

Stolpe/Peene.Buttern – ein schweißtreibender Vorgang. Wer weiß das noch? Wohl kaum jemand. Heute wird die Butter im Supermarkt gekauft – fertig. Ist auch gut so. Aber ein Blick zurück in jene Zeiten, in denen vieles noch in Handarbeit erledigt wurde, kann Spaß machen. Das dachte sich Marita Gehrke vom Stolper „Dörphus“ und schon war die Idee zu einer neuen Ausstellung geboren. „Wir zeigen alte Arbeitsgeräte, die einst im Haushalt, bei der Feld- oder Hofarbeit benutzt wurden.“
Hilfe bekam sie von den Stolpern, die ihre Keller und Dachböden nach längst vergessenen Schätzen durchstöberten. Und sie wurden fündig. Waschbretter kamen zu Tage, Sensen, Butterfässer, Weinballons, Scheren, Waagen, Rübenheber, Wasser-
tröge, Ochsenjoch, Stalllaternen und Backgerätschaften. Jeden Tag wurde es mehr, inzwischen sind es rund 50 Exponate. Marita Gehrke hatte mit ihren Helfern alle Hände voll zu tun, die Dinge zu sortieren und bei manchen auch herauszufinden, wozu sie einst dienten. „Aber nach und nach nahm alles Gestalt an“, freut sich die Dörphus-Chefin, dass sie tolle Dinge präsentieren kann, die vom einstigen Leben in Stolpe erzählen.
„Die alten Strohschuhe zum Beispiel, hat Frieda Klatt im zweiten Weltkrieg getragen. Ein Exponat, das wohl nicht mehr so oft zu sehen ist. Sie sind gut erhalten und nicht nur für die junge Generation sehenswert.“ Ein anderes aufregendes Stück der neuen Ausstellung ist ein Waffeleisen, das 100 Jahre alt ist. Dieses Gerät wurde auf dem Kohleherd in die Kochringe gesetzt, um es zu erhitzen. Allein das ist schon sehenswert. Doch das gute Stück hatte noch eine Überraschung parat: „Beim Putzen entdeckten wir auf dem Deckel eine Inschrift, die sich beim genaueren Hinsehen als Waffelrezept entpuppte“, erinnert sich Marita Gehrke. Wie die Teilchen schmecken, weiß sie noch nicht. Aber das wird sich zeigen. Bei der Eröffnungssause sollen die Waffeln aus Omas Zeiten als Snack angeboten werden. Wer dabei sein möchte, sollte sich den 7. Mai vormerken. Dann wir um 14 Uhr die neue Dauerausstellung eröffnet.