Das stinkt so richtig:

Wie ein Silo aus einem Traum einen Albtraum machte

Dass die Landwirtschaft zum Leben im Dorf dazugehört, wussten die Schwabes, als sie nach Neuenkirchen bei Anklam zogen. Doch ein meterhohes Silo direkt vor ihrem Grundstück – damit hatten sie nicht gerechnet. Jetzt versuchen sie, sich gegen die Anlage zu wehren.

Aus dem Traum vom Haus mit Aussicht in Neuenkirchen wurde nichts: Ein Landwirt setzte Ines und Mike Schwabe ein meterhohes Silo vor das Gehöft. Bislang hoffen die Schwabes vergeblich auf die Unterstützung der Behörden. Die sehen keinen Rechtsverstoß. Alles vorschriftsgemäß, sagt auch der Landwirt.
Anne-Marie Maaß Aus dem Traum vom Haus mit Aussicht in Neuenkirchen wurde nichts: Ein Landwirt setzte Ines und Mike Schwabe ein meterhohes Silo vor das Gehöft. Bislang hoffen die Schwabes vergeblich auf die Unterstützung der Behörden. Die sehen keinen Rechtsverstoß. Alles vorschriftsgemäß, sagt auch der Landwirt.

Vorpommern sollte ihre neue Heimat werden. Nachdem Mike Schwabe wegen einer Krankheit in Bayern seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, zog er vor fast einem Jahr mit seiner Familie nach Neuenkirchen bei Anklam. Ein großes Grundstück samt Haus, Platz und Ruhe, so hatte sich der gebürtige Sachse seine Zukunft vorgestellt. Drei Jahre waren die Schwabes auf der Suche, dann fanden sie ihr neues Haus in Neuenkirchen. Und am Anfang waren die Schwabes dort auch wirklich glücklich – bis die Traktoren vorfuhren und immer mehr gehäckselten Mais direkt hinter ihrer Grundstücksgrenze aufschütteten. Die Betonmauer, die sich knapp fünf Meter hinter dem Zaun befindet und die Familie bis dahin nicht weiter interessiert hat, entpuppte sich als Teil eines Biomasselagers. Damit begann das gerade erst gefundene Paradies nach und nach zur Hölle zu werden.

Behörden können da nicht weiterhelfen

„An manchen Tagen konnten wir kaum lüften vor Gestank“, sagt Mike Schwabe. „Die ganze Hauswand war voller Fliegen“, ergänzt seine Frau. Der mit schwarzer Folie abgedeckte Berg vor seiner Haustür – der höher in den Himmel ragt als das Gebäude selbst – muss weg, da ist sich Mike Schwabe sicher. „So etwas kann doch nicht rechtens sein!“, findet er. Verzweifelt versuchte der 49-Jährige deshalb, die Behörden einzuschalten.

Doch mittlerweile entlädt sich sein Zorn nicht nur auf den Bauern, sondern auch auf die Behörden. Das eingeschaltete Bauamt des Landkreises konnte dem Familienvater zumindest nicht weiterhelfen. Zwar bedauere man die Lage der Familie sehr, jedoch bedürfe der Bau eines solchen Biomasselagers keiner Genehmigung. Somit könne das Bauamt in diesem Fall nicht eingreifen.

Das Silo stand bereits beim Kauf des Hauses

Auch Landwirt Wolf-Detlef Klabunde hat wenig Verständnis für den Ärger der neuen Nachbarn. Immerhin gibt es das Silo an dieser Stelle schon seit vier Jahren. Und auch, wenn das Silo leer war, als die Familie einzog, ist es bei Weitem nicht das erste Mal, dass die Anlage gefüllt wurde. „Das Silo ist vernünftig abgedeckt. Wir haben sämtliche Genehmigungen dafür“, sagt Klabunde, mehr könne er schlichtweg nicht tun.