Zu viele Tiere:

Wildschweinjagd: Kreis lockt Jäger mit neuen Anreizen

Wildschweine gibt es in Vorpommern zuhauf. Zu viele, wie der Landkreis findet. Er will Jäger deshalb mit finanziellen Argumenten zum Abschießen bewegen – besonders auf junge Tiere soll vermehrt angelegt werden.  

Ein Wildschwein kommt selten allein. Der Landkreis will erreichen, dass vorpommersche Jäger auch die kleinen Tiere abschießen.
Fredrik von Erichsen Ein Wildschwein kommt selten allein. Der Landkreis will erreichen, dass vorpommersche Jäger auch die kleinen Tiere abschießen.

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald versucht der hiesigen Wildschwein-Problematik nun mit einer neuen Idee entgegenzuwirken. Und zwar mit einer neuen Gebührenordnung bei der Trichinellenuntersuchung von erlegtem Schwarzwild im Veterinäramt. Trichinellen, auch Trichinen genannt, sind winzige Fadenwürmer, die als Parasiten in der Skelettmuskulatur von Säugetieren leben. Durch den Verzehr von rohem Fleisch werden die Parasiten übertragen. Erlegte Wildschweine müssen deshalb im Veterinäramt untersucht werden.

"Bisher müssen Jäger für die Trichinenschau für jedes Stück Schwarzwild, egal wie schwer es ist, sechs Euro bezahlen", sagt der Leiter des Veterinäramtes, Holger Vogel. Das habe dazugeführt, dass jüngere und leichtere Tiere kaum gejagt wurden. Ab dem 1. Oktober soll es nun eine Tarif-Staffelung geben.

"Abschuss von Jungtieren unterstützen"

Für Wildschweine bis 15 Kilogramm werden dann nur noch zwei Euro für die Untersuchung erhoben. Bei größeren Tieren sieben Euro. "Diese Gebührenregelung soll den verstärkten Abschuss von Jungtieren unterstützen", betont Vogel und verweist in diesem Zusammenhang auf das Pilotprojekt zur nachhaltigen Bestandsreduzierung bei Schwarzwild im Landkreis.

Das Pilotprojekt wurde bereits vor einigen Monaten vorgestellt. Das Konzept enthält auch umstrittene Methoden der Wildschwein-Reduktion. Besonders kontrovers hatten Jäger zum Beispiel die Ankündigung aufgenommen, die Wildschweinjagd mit sogenannten Saufängen effizienter zu gestalten. Dabei werden ganze Rotten in ein ausbruchssicheres Gatter gelockt. Der Jäger kann die Tiere dann nacheinander erlegen.

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