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Das wird aus der Kinderklinik in Wolgast

Wirtschaftsminister Harry Glawe hat in Wolgast heute die ganz großen Hoffnungen zerschlagen. Aber es gibt einen Kompromiss.

Gesundheitsminister Harry Glawe stellte sich am Mittwoch in Wolgast auch den Fragen der direkt Betroffenen - der Kinder.
K. Ottenbreit Gesundheitsminister Harry Glawe stellte sich am Mittwoch in Wolgast auch den Fragen der direkt Betroffenen – der Kinder.

Ab Juni soll das Kreiskrankenhaus Wolgast wieder über eigene Betten für die kindermedizinische Versorgung verfügen, so jedenfalls stellt es sich Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) vor. Die geforderte Wiedereröffnung einer vollwertigen Kinderstation lehnt die Landesregierung aber weiterhin ab. Glawe sprach von einer „Portalpraxisklinik”, in der nach bislang unklaren Kriterien entschieden wird, ob Kinder nach Greifswald verlegt werden oder durch Kinderärzte in Wolgast behandelt werden können. Glawe kündigte auch an, dass für diese Station Fachpersonal eingestellt werden soll. Krankenhausleitung und Krankenkassen müssten sich jetzt zusammensetzen und über die Finanzierung verhandeln, sagte der Minister am Mittwoch bei einem Termin mit der Bürgerinitiative, die sich für die Wiedereröffnung von Kinder- und Geburtenstation einsetzt.

Dort gibt man sich offiziell besänftigt. Sprecherin Anke Kieser sprach von einem Erfolg, sollte der Plan so umgesetzt werden wie angekündigt. Die Schließung mehrerer Krankenhaus-Stationen in Wolgast vor gut einem Jahr hatte anhaltende Proteste ausgelöst. Fachliche oder wirtschaftliche Gründe für die Einrichtung der neuen Station hatte die Landesregierung bislang nicht benannt. Laut Glawe rechnet man in Schwerin mit Kosten von rund einer Million Euro pro Jahr, die die Krankenkassen über Fallpauschalen und Zuschüsse tragen sollen.

Kommentare (3)

Regierung und örtliche Bürgerinitiative sind einem beidseitig akzeptierten, wirtschaftlich und sozial tragfähigen Kompromiss ganz nahe. Möglich machten dies "Gespräche auf Augenhöhe". Eine Blaupause zur Lösungsfindung für andere Konflikte im Land? Guido Hoenig, Lohme

Vorstationäre Versorgung ist Mumpitz. Dies würde bedeuten, dass von mobilen Rettungskräften und niedergelassenen Kinderärzten Entscheidungen zur stationären Aufnahme über die "Portalpraxisklinik" unnötig verzögert werden. Merkt das die Bürgerinitiative nicht?

Wie wäre es denn, wenn die Uni mehr Geld zur Verfügung stellen würde. Von Möchtegernen wie Politiker ist nichts zu erwarten. Die Uni Greifswald hat viel Geld übrig. Sie geben es allerdings lieber für unsinnige Namensänderung aus, als für kranke Kinder bzw. Kliniken. Pfui!