Folgen des Klinik-Streits:

Wolgaster THW-Mitglieder schmeißen hin

Die Schließung von drei Fachabteilungen des Wolgaster Krankenhauses hat nun unerwartete Konsequenzen. Für das Technische Hilfswerk im Landkreis könnte die Entscheidung der Landesregierung zur Katastrophe werden.

Ein Dutzend Helfer des THW in Wolgast hat den Dienst quittiert. Ein Viertel der Erwachsenen im Ortsverband. Damit wollen sie gegen die Klinik-Schließungen in der Stadt protestieren.
Tilo Wallrodt Ein Dutzend Helfer des THW in Wolgast hat den Dienst quittiert. Ein Viertel der Erwachsenen im Ortsverband. Damit wollen sie gegen die Klinik-Schließungen in der Stadt protestieren.

Der Frust über die Einschnitte am Wolgaster Krankenhaus sitzt auch bei vielen Engagierten des Technischen Hilfswerkes (THW) tief. Bei der Ortsgruppe in Wolgast haben die Schließungen von Kinder-, Frauen- und Geburtsabteilung nun offenbar zu einer Welle von Austritten geführt. Erst vor wenigen Wochen hatte der Wolgaster Zugführer Maik Bischoff seinen Austritt erklärt. Nun sind nach Angaben des Hilfswerkes weitere zwölf Helfer diesem Beispiel gefolgt - rund ein Viertel der Mitglieder des Ortsverbandes. Sie wollen damit offenbar ein Zeichen gegen die Entscheidung des Sozialministeriums setzen.

THW-Pressesprecher Claus Döpper bestätigte die Austritte am Dienstag. Berichte der Ortsverband sei damit nicht mehr voll einsatzfähig, wollte Döpper nicht bestätigen. Welche Einschränkungen es gibt, sei noch nicht abschließend geklärt.

Der Ortsverband Wolgast war ursprünglich vor allem für das Gebiet des Altkreises Ostvorpommern zuständig. Eine feste regionale Zuordnung gebe es beim THW aber nicht, so der Pressesprecher. "Gebietsgrenzen spielen für unsere Arbeit keine Rolle." In Notfällen stünden im Kreis auch die Verbände in Greifswald und Pasewalk zur Verfügung. In Anklam gibt es keine eigene Ortsgruppe des Hilfswerkes.

Einfluss auf den Konflikt um das Wolgaster Krankenhaus?

Das THW will in den kommenden Tagen noch Gespräche mit den ausgetretenen Mitgliedern führen. Für die kommende Woche sei auch ein Gespräch mit Landrätin Barbara Syrbe geplant. Natürlich bedauere man die Austritte, erklärte Döpper. Das Technische Hilfswerk habe aber letztlich keinen Einfluss auf den Konflikt um das Wolgaster Krankenhaus. "Am Ende ist es die Entscheidung der Leute vor Ort und die ist ihnen sicher auch nicht leicht gefallen", so Döpper.

Eine Bürgerinitiative zum Erhalt der Kinderklinik hatte zuletzt innerhalb weniger Wochen mehr als 19.000 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt. Daraufhin musste sich der Landtag erneut mit dem Thema befassen. Doch das Bürgerbegehren wurde in der Sitzung vergangene Woche mit der Mehrheit von CDU und SPD abgeschmettert.

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