Demmins berühmteste Ruine:

Zille-Haus wird abgerissen

Das Eckhaus, in dem einst die Tochter des Malers Heinrich Zille lebte, wird abgerissen.

Sanieren oder beerdigen? Die Würfel sind gefallen. Die Wohnugsbaugesellschaft hat sich für den Abriss der Zillehaus-Ruine entschieden.
Thoralf Plath Sanieren oder beerdigen? Die Würfel sind gefallen. Die Wohnugsbaugesellschaft hat sich für den Abriss der Zillehaus-Ruine entschieden.

Die Messen sind gelesen für das Domizil der Malerstochter: Das sogenannte Zille-Haus an der Kreuzung von Schiller- und Treptower Straße verschwindet. „Die Abrissgenehmigungen vom Landkreis liegen vor“, sagt Roman Gau, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, die der Hansestadt die Ruine vor fast genau einem Jahr abkaufte. Derzeit bereite man die Ausschreibungen vor, um dann einer Firma den Rückbauauftrag zu erteilen. „Es hat keinen Zweck mehr mit dem Gebäude, darum haben wir uns nach ausgiebiger Beratung im Aufsichtsrat zum Abriss entschlossen. Eine Sanierung wäre mit großem Kostenaufwand vielleicht noch möglich. Technisch geht ja irgendwie alles heute, es ist nur eine Frage des Geldes. Aber so ein Objekt dann über die ortsüblichen Mieten wirtschaftlich zu betreiben, wäre uns nicht gelungen.“

Das Haus wurde viele Jahre durch die Tochter des Berlinier Milieu-Malers Heinrich Zille bewohnt. 1950 richtete sie im Erdgeschoss eine Gedenkstätte mit Zeichnungen des Vaters ein. Das Haus steht seit Jahren leer und verfällt.