Zu nett zu Ralph Weber von der AfD:

Zoff bei den Linken: Wer redet noch mit wem?

Was nun? Die AfD ist der Wahlsieger in Vorpommern. Und in den Parteien wird darüber gestritten, wie man mit der neuen Kraft am politisch rechten Rand umgeht. Besonders heftig geht es bei den Linken zu. Ein Kreistagsabgeordneter soll jetzt gar seinen Job verlieren, weil er zu nett zur AfD ist.

Gesprächsverbot für Linken-Politiker mit der AfD? Lars Bergemann kommt ein auf Facebook geposteter Satz nun jedenfalls teuer zu stehen. Er verliert seinen Job als Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten Jeannine Rösler.
NK-Archiv, Montage: Fred Zaedow Gesprächsverbot für Linken-Politiker mit der AfD? Lars Bergemann kommt ein auf Facebook geposteter Satz nun jedenfalls teuer zu stehen. Er verliert seinen Job als Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten Jeannine Rösler.

Der fatale Satz lautet: "Ich biete Herrn Professor Weber den Dialog an; für die Region und für den Wahlkreis." Geschrieben hat ihn Lars Bergemann, der für die Linken unter anderem im Kreistag sitzt, am Tag nach der Landtagswahl auf seiner Facebook-Seite. Bergemann hatte sich in Wolgast und auf Usedom um ein Direktmandat beworben, gewonnen hat es am Ende der Jura-Professor Ralph Weber von der AfD.

Ein Gesprächsangebot in Richtung AfD? Seitdem geht es hoch her bei den Linken. Und für den Wolgaster Bergemann gipfelt das nun im Verlust seines Arbeitsplatzes. Neben zahlreichen Ehrenämtern in der Partei, im Kreistag und in der Stadt Wolgast arbeitete er seit Jahren als Wahlkreismitarbeiter für die linke Landtagsabgeordnete Jeannine Rösler. Wie in solchen Fällen üblich läuft der Arbeitsvertrag zum Ende der Legislatur aus. Einen Anschlussvertrag wird es für Bergemann nun nicht geben. Das habe Rösler ihm vergangene Woche zu verstehen gegeben.

Inhaltliche Auseinandersetzung, aber kein Dialog

Und Rösler macht keinen Hehl daraus, dass das an dem Gesprächsangebot in Richtung AfD liegt. "Es ist nicht der einzige Grund, aber schon der Hauptaspekt, der zu der Entscheidung geführt hat", sagt sie auf Nachfrage. Rösler wolle durchaus eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD suchen, "aber das heißt nicht, dass ich mit der Partei und ihren Abgeordneten einen Dialog führen muss." Das gelte insbesondere für Ralph Weber.

Nicht mit der AfD reden? Für Bergemann eine zu einfache Lösung. Die Partei habe die Wahlen nun mal gewonnen. "Diesen Sachverhalt müssen wir zur Kenntnis nehmen und nicht weiter ignorieren", sagt er. "Das heißt noch lange nicht, dass ich denen zustimme. Wir können die AfD-Abgeordneten aber nicht einfach in eine Schublade werfen und behaupten, die seien alle böse. Diese Vereinfachungen haben auch die Wähler satt", so Bergemann.

Seine Parteiämter im Orts- und Kreisverband werde er abgeben. Die Mandate im Kreistag und in der Wolgaster Stadtvertretung aber wolle er behalten.

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