Staatsanwaltschaft schweigt:

Zuckerfabrik: Es war gar nicht so viel Ethanol

110 000 Liter Ethanol sollen nach Angaben der Zuckerfabrik in die Peene gelaufen sein. Das wäre deutlich weniger, als erste Vermutungen besagt hatten. Die Staatsanwaltschaft schweigt derweil.

Tausende Fische in der Peene waren durch den Ethanol-Austritt getötet worden.
NK-Archiv Tausende Fische in der Peene waren durch den Ethanol-Austritt getötet worden.

Noch immer laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Neubrandenbug zum Fischsterben in der Peene. Ende August trat massenhaft Ethanol aus der Produktion der Bioethanolanlage der Anklamer Zuckerfabrik aus und vergiftete mehrere Tonnen Fische in dem Fluss. Zum aktuellen Stand der aktuellen Ermittlungen möchte die Staatsanwaltschaft sich lieber nicht äußern. Keine Antwort gibt es bislang deshalb auch auf die Frage, wie viel Ethanol bei der Havarie wirklich in die Peene lief. Zumindest nicht von Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler.

Matthias Sauer, der Geschäftsführer der Anklamer Zuckerfabrik, nannte derweil auf der Bioökonomiekonferenz in Anklam neue Zahlen: Nach seinen Angaben flossen 110 Kubikmetern - also umgerechnet 110 000 Litern, die bei dem Vorfall ausgelaufen seien sollen. Das sei die zollamtliche Feststellung.

Fehlende Genehmigung

Wenn Sauers Zahl stimmt, wäre die Alkoholmenge, die in den Fluss floss, deutlich geringer als zunächst vermutet: In ersten Schätzungen war von einer Menge von bis zu einer Million Litern die Rede gewesen.

Offen war bislang auch die Frage, ob die Zuckerfabrik an der ausgetretenen Stelle überhaupt über eine Genehmigung verfügte, Regenwasser an dieser Stelle in die öffentlichen Abwasserkanäle einzuleiten. "Zum damaligen Zeitpunkt wurde nur eine Genehmigung für die Löschwasserentnahme erteilt", heißt es dazu vom Kreis auf Anfrage des Nordkurier.

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