Gedenktage

Tradition der Gedenktage

Eines Menschen Leben vollzieht sich innerhalb fester Bahnen und ist geprägt vom Kommen, Gehen und Abschiednehmen. Der Tod des Partners, eines nahen Verwandten oder eines Freundes ist ein tiefer Einschnitt: Helfer in dieser schweren Zeit sind Trauerrituale wie die Totengedenktage im November.

Vielen Menschen ist es ein besonderes Anliegen, die Gräber ihrer Angehörigen festlich zu schmücken und sich zum gemeinsamen Besuch des Familiengrabes zusammenzufinden.

Sie folgen damit einer jahrhundertealten Tradition, wurde doch der 1. November als Allerheiligenfest, das an die heiligen Märtyrer erinnert, erstmals im

Jahre 609 oder 610 gefeiert. Damals schenkte Kaiser Phokas der Kirche das Pantheon in Rom. Papst Bonifatius weihte das Gebäude als Basilika für alle Märtyrer.

Die ersten Christen begingen den Gedenktag zunächst am ersten Freitag nach Ostern. Es war Papst Gregor IV., der ihn im Jahre 835 auf den ersten Tag des elften Monats verlegte. Der Ritus, Wachslichter auf die Gräber zu setzen, erinnert an Jesus Christus als „Licht der Welt“.

Anno 998 rief der Benediktinermönch Odilo von Cluny zum Gedenken an die armen Seelen auf, die im Fegefeuer noch auf die Erlösung warten, und begründete das Allerseelenfest. Es wird seitdem jährlich am Tag nach Allerheiligen begangen. Papst Johannes XIX. führte Allerseelen im Jahre 1006 offiziell ein, im 14. Jahrhundert tauchte das Gedenkfest im römischen Kalendarium auf. Lange Zeit glaubte man, die armen Seelen gingen um und kämen schon zur Mittagsstunde des Allerheiligenfestes aus dem Fegefeuer zurück zur Erde, um dort bis 12 Uhr Allerseelen zu bleiben. Deshalb erklangen vielerorts bereits am 1. November Mittags die Glocken zum „Seelenausläuten“.

Der Totensonntag als evangelischer Totengedenktag wurde im Jahr 1814 eingeführt. Der Volkstrauertag ist ein Gedenktag staatlicher Prägung: Seit 1952 mahnt er, sich der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt zu erinnern.

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