Ein Tag nach dem blutigen Attentat:

122 Tote bei Anschlag in türkischer Hauptstadt Ankara

Die Zahl der Toten bei dem Terroranschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara ist gestiegen. Durch das Attentat verschärft sich nun die politische Krise vor der Parlamentswahl in der Türkei.

Nach dem Attentat nehmen sich Forensiker der Spurensuche an.
EPA/STR/dpa Nach dem Attentat nehmen sich Forensiker der Spurensuche an.

Drei Wochen vor der Parlamentswahl in der Türkei hat der bislang schwerste Anschlag in der Geschichte des Landes mit fast 100 Toten die politische Krise dort verschärft. In Ankara gedachten am Sonntag Tausende Menschen der Opfer des Doppelanschlags auf eine regierungskritische Friedensdemonstration am Vortag. In Sprechchören beschimpften sie Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan als "Mörder". Der Anschlag von Ankara wurde international scharf verurteilt. Der gewaltsame Konflikt zwischen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Regierung forderte indes erneut Opfer. Die Luftwaffe flog erneut Angriffe auf PKK-Einrichtungen. Die PKK hatte zuvor angekündigt, ihre Angriffe auf den Staat vor der Neuwahl zum Parlament am 1. November unter bestimmten Bedingungen einzustellen.

Nach Angaben der islamisch-konservativen Regierung wurden bei dem Anschlag am Samstag in Ankara mindestens 95 Menschen getötet und 246 verletzt. Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP, die sich als Ziel des Angriffs sieht, sprach von mindestens 122 Toten. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, der Anschlag sei wahrscheinlich von zwei Selbstmordattentätern verübt worden. Davutoglu nannte als mögliche Urheber die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die PKK und zwei linksextremistische Terrorgruppen. Türkische Medien berichteten, die Ermittlungen konzentrierten sich auf den IS. Präsident Erdogan versprach eine Aufklärung des Anschlags, zu dem sich zunächst niemand bekannte.

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