Zum Jahrestag des Newton-Amoklaufs:

Amokläufer schießt Mitschülerin ins Gesicht

Vor einem Jahr starben in einer Grundschule in Newtown 26 Menschen. Während die Gemeinde der Opfer gedenkt, schockiert eine neue Schießerei in einer High School die USA. Ein 18-Jähriger schießt auf eine 17-Jährige. Ihr Zustand ist kritisch.

Bei Schülern und Eltern sitzt der Schock tief. Am Freitag stürmte ein 18-Jähriger mit einer Schrotflinte und Brandsätzen in eine High School im Bundesstaat Colorado.
Bob Pearson Bei Schülern und Eltern sitzt der Schock tief. Am Freitag stürmte ein 18-Jähriger mit einer Schrotflinte und Brandsätzen in eine High School im Bundesstaat Colorado.

Zum Jahrestag des Amoklaufs von Newtown hat wieder ein Schütze in einer US-Schule Angst und Schrecken verbreitet. Ein 18-jähriger Schüler machte in einer High School in Centennial, im Bundesstaat Colorado, Jagd auf einen Lehrer und schoss mit einer Schrotflinte einer 17-jährigen Mitschülerin direkt ins Gesicht. Dann tötete er sich selbst. Stunden danach gedachten die Menschen in der Gemeinde Newtown am Samstag in aller Stille der 26 Opfer des Massakers in der Sandy-Hook-Grundschule, die voriges Jahr bei einem Amoklauf starben. Im Weißen Haus zündeten Präsident Barack Obama und First Lady Michelle 26 Kerzen an und ehrten die Toten von Newtown mit einer Schweigeminute.

Der Zustand der 17-jährigen Schülerin wurde auch am Sonntag als kritisch beschrieben. "Sie braucht unsere Gebete", zitierte die "Denver Post" den Vater der Verletzten. Der Sheriff der Gemeinde Centennial, in der sich die Schießerei am Freitag ereignete, sagte, dass der Schütze es zwar gezielt auf die Bibliothekarin abgesehen hatte, aber zugleich viele Menschen erschießen wollte. Er habe neben der Flinte auch eine Machete und drei Brandsätze bei sich gehabt und einen Munitionsgürtel getragen.

Motiv ist unklar

Als wahrscheinlich galt am Sonnabend, dass der Schütze wütend auf einen seiner Lehrer war. Medienberichten zufolge gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden. Der Schütze von Colorado hatte die Arapahoe High School am Freitagmittag (Ortszeit) betreten und nach dem Lehrer gefragt, der aber rechtzeitig gewarnt wurde und das Gebäude verließ. Der "Denver Post" zufolge ging der junge Mann dann schießend einen Flur entlang und drang in die Schulbücherei ein, in der sich die 17-jährige Schülerin aufhielt. Er habe dann auf sie gefeuert und anschließend einen der Brandsätze gezündet. Wenig später sei in den Rauchschwaden seine Leiche in einer Ecke des Raumes gefunden worden.

Obama rief in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache zum Jahrestag des Schulmassakers am Sonnabend erneut dazu auf, mehr für die Sicherheit der Kinder und Gemeinden in den USA zu tun. Unterstützt von Familienangehörigen der Opfer von Newtown hatte er nach dem Amoklauf eine Kampagne für schärfere Waffenkontrollgesetze eingeleitet - war aber am massiven Widerstand im Kongress gescheitert. "Wir müssen mehr tun, damit Waffen nicht in die Hände von gefährlichen Menschen gelangen", sagte er in der Ansprache.

Das passierte 2012 in Newtown

Ein 20-Jähriger hatte am Vormittag des 14. Dezember 2012 in der Sandy Hook Elementary School mit einem Sturmgewehr das Feuer auf Kinder und Schulpersonal eröffnet. 20 Mädchen und Jungen im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Erwachsene starben. Am Ende des Blutbads tötete sich der Attentäter dann selbst. Newtown verzichtete am Jahrestag auf eine öffentliche zentrale Gedenkfeier, um ohne Medienwirbel im Stillen der Opfer gedenken zu können. Familienangehörige riefen dazu auf, die Toten und zugleich alle Opfer von Waffengewalt in den USA durch gute Taten zu ehren.

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