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Angriff auf IS-Hochburg

Mossul ist die letzte Bastion der IS-Terrormiliz im Irak. Die groß angelegte Militäroperation dort war seit Monaten erwartet worden. Wird sie ein Erfolg, wäre der IS im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

Truppen auf ihrem Weg in den Kampf gegen IS.
Andrea Dicenzo Truppen auf ihrem Weg in den Kampf gegen IS.

Nach dem Beginn der lang erwarteten Großoffensive auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul melden die Angreifer erste Erfolge. Kurdische Peschmerga-Kämpfer nahmen nach eigenen Angaben rund 40 Kilometer östlich von Mossul sieben Dörfer ein. Irakische Sicherheitskräfte hatten zuvor im Schutze der Nacht nach monatelangen Vorbereitungen die großangelegte Militäroperation begonnen. Sie soll die Großstadt von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreien.

Sollte das tatsächlich gelingen, wären die Extremisten im Irak militärisch weitestgehend besiegt. Die US-Regierung sprach von einem "entscheidenden Moment" im Kampf gegen den IS. Hilfsorganisationen sehen durch die Offensive jedoch mehr als eine Millionen Zivilisten in Gefahr und forderten für diese sichere Fluchtwege.

Letzte Bastion Mossul

Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte in einer kurzen Fernsehansprache, die Stunde des Sieges sei gekommen. "Die Operation zur Befreiung Mossuls hat begonnen", sagte er. Al-Abadi rief die Bürger von Mossul dazu auf, mit den irakischen Streitkräften zu kooperieren. Der IS hatte bei seinem Einmarsch in Mossul vor mehr als zwei Jahren unter der Bevölkerung Rückhalt gefunden.

Mossul ist die letzte Bastion des IS im Irak. Die Millionenstadt unweit der Grenze zur Türkei steht seit Juni 2014 unter Kontrolle der Extremisten. Von Mossul aus überrannte der IS weite Teile des Landes. Inzwischen hat er viele dieser Gebiete wieder eingebüßt. Im Nachbarland Syrien beherrscht die sunnitische Miliz jedoch weiter große Landstriche, steht dort aber ebenfalls unter Druck.

Mossul und Irak "vom Hass und der Brutalität" befreien

Kräfte der irakischen Armee und Polizei hatten in den vergangenen Wochen und Tagen im Umland von Mossul Stellung bezogen. Unterstützt werden sie bei der Offensive von kurdischen Peschmerga-Kämpfern, die aber nicht in die Stadt eindringen sollen. Auch lokale sunnitische Milizen sollen an dem Angriff beteiligt werden. Nach Medienberichten zählen zu der Allianz rund 30 000 Kämpfer. Die von den USA geführte internationale Koalition fliegt Luftangriffe gegen den IS.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter erklärte nach Beginn der Offensive: "Die Vereinigten Staaten und der Rest des internationalen Bündnisses stehen bereit, um die irakischen Sicherheitskräfte, Peschmerga-Kämpfer und das irakische Volk in dem schwierigen Kampf zu unterstützen, der ihnen bevorsteht." Ziel sei es, den IS dauerhaft zu besiegen und sowohl Mossul als auch den Rest des Iraks "vom Hass und der Brutalität" der Extremisten zu befreien.