Gewaltbereite Jugendliche in den USA:

Brutale Faustschläge auf Fußgänger

Tödliches „Knockout“-Spiel erschüttert die USA: Junge Männer strecken nichts ahnende Passanten nieder. In New York zählen vor allem Juden zu den Opfern.

An diesen brutalen Attacken beteiligen sich vor allem junge Männer.
Karl-Josef Hildenbrand An diesen brutalen Attacken beteiligen sich vor allem junge Männer.

Es sind Szenen, aufgezeichnet von Überwachungskameras und in diesen Tagen von Fernsehsendern wie CNN nahezu stündlich wiederholt: Ein Mann nähert sich einem nichts ahnenden Passanten. Als beide Personen auf gleicher Höhe sind, streckt der Mann den Entgegenkommenden mit einem einzigen Faustschlag gegen den Kopf nieder. Manchmal ist zu sehen, wie der Begleiter des Täters die Szene mit dem Handy filmt. Fast immer bleibt das Opfer regungslos liegen. „Knockout-Game“ ist der Szene-Name dieses tödlichen „Spiels“, das sich derzeit wie ein Lauffeuer in US-Großstädten verbreitet.

An diesem brutalen Phänomen beteiligen sich nach Polizeiangaben vor allem junge Männer, die das K.o.-Schlagen anderer Personen als Unterhaltung betreiben. Mancherorts scheinen aber auch rassistische Gründe hinter diesen heimtückischen Attacken zu stecken. Die Polizei im New Yorker Stadtteil Brooklyn weiß mittlerweile, dass in sieben von acht zuletzt zur Anzeige gebrachten Fällen orthodoxe Juden die Opfer waren – darunter eine 78-jährige Rentnerin.

Mehrere Städte der USA sind betroffen

Die Täter waren in diesen Fällen lateinamerikanische Einwanderer, die in ihrem Jargon die Taten als „Polarbär-Jagd“ bezeichneten – eine Anspielung auf die helle Hautfarbe der Opfer. Deshalb, so New Yorks Polizeichef Ray Kelly, werden die Ermittlungen und Anklagen auch unter dem Aspekt eines Hass-Verbrechens geführt, was eine schärfere Bestrafung zulässt. In Brooklyn erhöhte jetzt die Polizei die Zahl der Fußstreifen.

Keines der Opfer wurde beraubt, und einige der Attacken wurden von den Tätern auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Youtube veröffentlicht. Ähnliche Verbrechen wurden auch aus Philadelphia, Chicago, San Diego und St. Louis gemeldet – ein beunruhigender Trend, der bereits mehrere Todesopfer gefordert hat. Bisher starben zwei 46- und 51-jährige Männer bei diesem „Spiel“.

Opfer werden hilflos zurückgelassen

Der Lehrer Jim Addlesburger aus Philadelphia berichtete jetzt im Fernsehen, wie er das Opfer eines solchen Angriffs wurde: „Ich wurde plötzlich von einem Schlag getroffen und stürzte auf den kalten Zement des Gehwegs“, so der Pädagoge, der sich später die Attacke auf einem Überwachungsfilm anschauen konnte. „Es ist fürchterlich, dies zu sehen, und ich bin glücklich, es überlebt zu haben.“ Den Tätern, die ihre Opfer stets hilflos zurücklassen, drohen im Fall einer Festnahme langjährige Haftstrafen.

Der prominente schwarze amerikanische Bürgerrechtler Al Sharpton verurteilte jetzt mit scharfen Worten das „Knockout-Game“, an dem den Polizeiberichten zufolge in New York vorwiegend farbige Männer beteiligt waren und Weiße die Opfer sind. „Dieses Verhalten ist abscheulich und muss von uns allen verurteilt werden,“ so Sharpton. „Wir würden ja auch nicht stumm bleiben, wenn es von der Hautfarbe her anders herum wäre.“

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