Die Mail einfach schnell ausdrucken:

Das papierlose Büro weiterhin ein Traum

Nach dem Urlaub beginnt für die Drucker in den Büros die Hauptsaison: Zahllose E-Mails werden ausgedruckt statt gelesen. Dagegen werden Firmen jetzt aktiv.

Es ist bequem: Einfach auf Drucken klicken und die Mail Papier lesen. Aber nicht jeder Ausdruck ist notwendig.
Stephan Jansen Es ist bequem: Einfach auf Drucken klicken und die Mail Papier lesen. Aber nicht jeder Ausdruck ist notwendig.

Das papierlose Büro bleibt in Deutschland ein Traum. Millionen E-Mails und andere Dokumente landen Tag für Tag auf dem Drucker statt in elektronischen Archivordnern. Nach dem Sommerurlaub türmen sich die Papierberge in vielen Büros besonders hoch, weil keine Zeit zum Lesen der E-Mail-Schlange bleibt. Etliche Unternehmen appellieren deshalb im Kampf gegen die Papierverschwendung an das Gewissen. „Bevor Sie diese E-Mail ausdrucken, prüfen Sie, ob dies wirklich nötig ist. Umweltschutz geht uns alle an!“, steht unter jeder Mail.

Gebracht hat der erhobene Zeigefinger aber bislang wenig. Im Schnitt verbrauchte jeder Mensch in Deutschland nach Angaben des Verbandes Deutscher Papierfabriken im vergangenen Jahr 244 Kilo Papier pro Jahr und damit deutlich mehr als im EU-Durchschnitt. Der Höchststand von 253 Kilo im Jahr 2007 ist zwar nicht mehr erreicht worden.

Dabei ist die Technik für das papierlose Büro seit Jahren vorhanden. Intelligente Dokumentenverwaltung könnte die Ablage von Papier in den meisten Fällen überflüssig machen. In der Zahl von 244 Kilo Papier sind zwar alle Papierarten vom Schuhkarton bis zum Klopapier enthalten – das Drucker- und Kopierpapier macht nach Einschätzung von Zahnen aber einen deutlichen Teil der Summe aus. Etliche Firmen bemühen sich aktiv darum, den Papierverbrauch einzudämmen – denn nicht zuletzt ist das Papier auch ein Kostenfaktor für die Betriebe. Am Flughafen München zum Beispiel verbraucht jeder Mitarbeiter mehr als 2000 Blatt Papier pro Jahr – Grund genug für einen entschlossenen Kampf gegen Verschwendung. Der Airport hat deshalb gleich ein ganzes Paket an Maßnahmen beschlossen.

Die Warnung vor dem E-Mail-Ausdrucken ist nur eine davon. Zudem dürfen die Mitarbeiter für den internen Gebrauch nur noch Recyclingpapier verwenden, weißes Frischfaserpapier kommt nur noch im externen Schriftwechsel zum Einsatz. „Gleichzeitig haben wir unsere Drucker umgestellt, die jetzt standardmäßig doppelseitig und schwarz-weiß drucken“, sagt Firmensprecher Ingo Anspach. Im Ergebnis ging der Papierverbrauch um rund 300 Blätter pro Mitarbeiter zurück.Viele Firmen setzen auf Recyclingpapieren.

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