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Deutsches Hai-Opfer gestorben

Sie schnorchelte vor der Küste Hawaiis, als plötzlich ein Hai ihr den Arm abriss. Eine Woche lang kämpfte sie im Krankenhaus um ihr Leben - doch jetzt ist die erst 20 Jahre alte Frau aus Nordhessen gestorben.

Ein Tigerhai.
Martin Schutt Ein Tigerhai.

Eine Woche nach einer Hai-Attacke vor Hawaii ist die deutsche Urlauberin ihren schweren Verletzungen erlegen. "Jana hat stark um ihr Leben gekämpft. Wir sind sehr traurig, mitteilen zu müssen, dass sie diesen Kampf heute verloren hat", hieß es in einer vom Krankenhaus und der Familie der jungen Frau am Mittwochabend (Ortszeit) gemeinsam veröffentlichten Mitteilung. "Jana war eine sehr schöne und starke junge Frau, die immer gelacht hat und wir werden sie immer so in Erinnerung behalten."

Die 20-Jährige aus dem hessischen Zierenberg war knapp 50 Meter vor der Küste der Ferieninsel Maui schnorcheln, als ein Hai ihr den rechten Arm abriss. Von ihren Hilferufen alarmiert, halfen sowohl ein Pastor aus Kalifornien als auch ihre Freundinnen, das schwerletzte Opfer aus dem Wasser zu holen. Mutter und Schwester der Frau bedankten sich in der Mitteilung für die Anteilnahme in der ganzen Welt und bei den Ärzten und Krankenschwestern des Maui Memorial Medical Center.

Nach US-Medienberichten hat es in Hawaii zuvor seit fast zehn Jahren keine tödliche Hai-Attacke mehr gegeben. Allerdings gab es in diesem Jahr bereits acht Angriffe, vier davon in den vergangenen Wochen. Im Durchschnitt verzeichnet Hawaii jedes Jahr etwa vier Hai-Angriffe, die meisten erst im Herbst. Die Umweltbehörde kündigte deshalb am Mittwoch an, die Bewegung der Tigerhaie vor den Küsten Hawaiis zu erforschen.

Hai-Angriff auch in Flachwasser möglich

Haie können Menschen auch in flachem Wasser angreifen. Tigerhaie beispielsweise gingen selbst im knietiefen Meer auf Jagd, warnt der Hai-Experte Gerhard Wegner, Präsident des Vereins Sharkproject International in Offenbach. In Regionen, in denen Haie vorkommen, lässt sich das Risiko, ihnen beim Schwimmen oder Schnorcheln zu begegnen, nicht hundertprozentig ausschließen.

Wer trotzdem schwimmen will, sollte im Meer seine Umgebung im Auge behalten, um auf einen neugierigen Hai frühzeitig reagieren zu können. "Der wichtigste Tipp ist, eine Schwimmbrille aufzusetzen", sagte Wegner. Im Fall des Falles sollte der Schwimmer ruhigbleiben, den Hai beobachten und sich auf ihn zubewegen. Das mache dem Hai klar, dass es sich nicht um Beute handelt. Er drehe dann fast immer ab, sagt Wegner. Menschen gehören nicht ins Beuteschema von Haien.