Neuer Asterix-Comic:

Die Gallier sind wieder da

Beim Teutates! An diesem Donnerstag erscheint der neue „Asterix“-Band. Zum ersten Mal wurde der Gallier nicht von seinem Erfinder gezeichnet. Das Experiment ist gut gelungen.

"Asterix bei den Pikten" - Der neue Asterix-Comic ist da.
Soeren Stache "Asterix bei den Pikten" - Der neue Asterix-Comic ist da.

Bonk! Plaff! Trööt! Platsch! Asterix ist wieder da. Mit großer Spannung und noch größeren Ansprüchen haben Millionen Fans diesen Comic erwartet. „Asterix bei den Pikten“ soll Schluss machen mit der Midlife-Crisis, die der erfolgreichste europäische Comic seit einigen Jahren durchmacht. Nun hat ein Newcomerduo übernommen und macht den Job recht gut.

„Asterix bei den Pikten“ spielt im antiken Schottland. Der kleine tapfere Gallier und sein stämmiger Freund Obelix helfen ihrem neuen Freund Mac Aphon. Der große rothaarige Krieger ist nach einem Mordversuch des schurkischen Clan-Chefs Mac Abberh tiefgekühlt in einer Eisscholle durchs Meer getrieben. In der Nähe des bekannten gallischen Dorfes ist er gestrandet und bringt Unruhe in das Dorf.

Erst kann der Krieger aus dem heutigen Schottland nicht sprechen, dann ganz viel: „Bei uns gibt es die Ostpikten und die Westpikten und auch die Seepikten, die sich grün bemalen, sowie die Blaupikten, die mit bloßer Haut prahlen, ferner Pikten rot und blond, andere fahlgelb wie der Mond.“ Da sagt Obelix irgendwann nur noch entnervt: „Als er verstummt war, mochte ich ihn lieber.“

Asterix-Autoren tasten sich langsam heran

Das neue Abenteuer ist ein Streifzug durch die Marotten des Highland-Volkes – es geht um Männerröcke, Baumstammwerfen, Whiskey und Seeungeheuer. Und am Ende geht es natürlich gegen die Römer. Behutsam tasten sich die beiden neuen Asterix-Autoren – Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Zeichnungen) – in den französischen Comic-Klassiker hinein. Im Zeichenstil ist die Folge stark an frühe Bände wie „Asterix bei den Schweizern“ angelehnt. Nur wirkt alles nun filigraner.

Was außerdem auffällt, sind die vielen Zitate. Der neue Zeichner recycelt kleine Nebenfiguren aus anderen Bänden und macht aus ihnen neue Charaktere. Auch manche Körperhaltungen und Gesichtsausdrücke bei Asterix und Obelix haben die Leser schon vor Jahrzehnten in anderem Kontext zu sehen bekommen.

"Die spinnen" sucht der Leser vergeblich

Auch im Text werden Traditionen sanft gewahrt: Als Asterix Mac Aphons riesiger Clan aufgezählt wird, entfährt ihm: „Die haben eine Macke.“ Die übliche Sprechblase „Die spinnen!“ suchen Leser diesmal vergebens.

Obelix macht übrigens eine bittere Erfahrung: In Schottland ist das Verprügeln von Barden nicht gern gesehen. Wer ganz genau hinsieht, könnte in dem Gesicht des Sängers die Züge von Peter Maffay erkennen. „An sieben Krücken muss ich gehen“, klagt der Misshandelte.