Saisonbeginn in Himmelpfort:

Die Weihnachtspost hat wieder auf!

Spekulatius und Lebkuchen stapeln sich längst in Supermarktregalen. Nun wird’s auch in Himmelpfort ernst. Engel und Wichtel haben allerhand zu tun, bevor der Weihnachtsmann sein Quartier bezieht.

Hier landet also die Weihnachtspost: Die „Weihnachtsengel“ Christine (links) und Heidrun in Himmelpfort.
Nestor Bachmann Hier landet also die Weihnachtspost: Die „Weihnachtsengel“ Christine (links) und Heidrun in Himmelpfort.

Ulrike Speyer bügelt Hunderte rote Schleifen auf. Der Stoffschmuck soll in Kürze die Büsche und Hecken in Himmelpfort zieren. Nebenan bringen Dekorateure goldene und rote Vorhänge an. Die „Weihnachtsengel“ Conni, Heidi und Christine schmücken den Tannenbaum mit goldgelben Kugeln. Möbelpacker bringen einen riesigen alten Schreibtisch. Nur noch wenige Stunden – dann zieht der Weihnachtsmann in Himmelpfort ein. Bis 24. Dezember landen dann säckeweise Wunschzettel in dem brandenburgische Örtchen – etwa 292 000 Briefe waren es 2012. Der Weihnachtsmann wird sie alle beantworten.

Für den Naherholungsort mit seinen 450 Einwohnern beginnt heute mit der Eröffnung von Deutschlands größter Weihnachtspostfiliale eine zweite Saison. „Für uns ist das Lohn und Brot“, sagt Ingo Tausendfreund. Der gelernte Bautechniker steht in der Wohnstube des Weihnachtsmanns und tapeziert die Wände. Im Sommer ist der Familienvater für einen Reiseveranstalter im Einsatz und vermietet Kanus am Stolpsee. Rund um die Adventszeit setzt ihn sein Chef als „Handwerker des Weihnachtsmanns“ ein – und ermöglicht ihm so Einkünfte außerhalb der Saison.

„Eigentlich sind wir ein Ort für Sommertouristen. Damit wird das Geld verdient“, meint Ortsvorsteher Lothar Kliesch. Schon zu DDR-Zeiten war Himmelpfort für seine gute Luft bekannt. „Den Bekanntheitsgrad hat unser Ort aber seinem Namen und der Weihnachtspostfiliale zu verdanken“, gibt Kliesch zu. „Egal wo: man trifft immer einen, der schon einen Wunschzettel geschrieben hat.“

Die erste Weihnachtspost kam 1984 aus Berlin

Für 19 „Engel“ und einen „Wichtel“ ist die Deutsche Post in den kommenden Wochen der Arbeitgeber. Weil der Weihnachtsmann die vielen liebevoll gestalteten Wunschzettel aus aller Welt nicht allein beantworten kann, stellt ihm das Unternehmen Helfer zur Seite. Sieben Tage in der Woche, maximal zehn Stunden täglich und nach Tarif gezahlt, sagt eine Post-Sprecherin.

„Wir sind inzwischen für fast acht Wochen ein Weihnachtsort“, meint Ortsvorsteher Kliesch. Davon könne die gesamte Region profitieren. 15 000 bis 20 000 Gäste kämen an den Adventswochenenden nach Himmelpfort, wenn es Programm mit Weihnachtsmärkten gibt.

Erstmals schrieben 1984 zwei Kinder aus Berlin und Sachsen an den Weihnachtsmann in Himmelpfort. Da die damalige Postmitarbeiterin keinen Empfänger fand, antwortete sie selbst. Heute ist sie als „Oberengel“ Conni unterwegs.

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