Power-Lady:

Diese Frau ist Weltmeisterin im Armdrücken

Camilla Kättströms muskulöser Arm fühlt sich an wie ein Schraubstock. Eine Kontrahentin brach sich sogar die Knochen, als sie gegen sie im Armdrücken antrat.

Echt starker Arm: Camilla Kättström.
Frank Rumpenhorst Echt starker Arm: Camilla Kättström.

Camilla Kättström hat nicht nur mit ihren Gegnerinnen zu kämpfen - auch mit so manchem Klischee. Die 42-Jährige ist mehrfache Weltmeisterin im Armwrestling. Sie ist die einzige aktuelle Titelträgerin aus Deutschland in der populärsten Form des Armdrückens. „Wer mich nicht kennt und dann trifft, der sagt: "Ach schön, Du siehst ja gar nicht aus wie eine gedopte, russische Kugelstoßerin"“, erzählt Kättström beim Training im hessischen Hanau.

Kättström hat es zu beachtlichen Erfolgen gebracht. Bei der WM im September in Polen gewann sie Gold mit dem rechten Arm und Silber mit links. 2012 wurde sie in Brasilien Doppelweltmeisterin. Bei Welttitelkämpfen gewann sie bereits zehnmal Edelmetall.

35,5 Zentimeter Bizeps-Umfang

Gegen Kättström anzutreten, ist für die Gegnerinnen kein Vergnügen. „Sie hat einen Arm wie ein Schraubstock und zieht wie ein Bulldozer“, sagt Danny Hagel anerkennend. Die WM-Dritte ist Kättströms Trainingspartnerin im Armwrestling-Club „Over the Top“ Hanau, einem der erfolgreichsten Vereine Deutschlands.

„Ich habe halt die Voraussetzungen“, sagt Kättström dazu. „Ich bin groß und stark und bringe die Leidenschaft und den Willen mit.“ Sie misst 1,80 Meter und startet in der Klasse bis 80 Kilogramm. Ihr Bizeps-Umfang rechts beträgt stattliche 35,5 Zentimeter, am Unterarm 31 Zentimeter. Wenn sie die Muskeln anspannt, schwillt ihr Tattoo auf dem Arm an.

 

Kampfname: Knochenbrecher

Sie hätte sich auch „Bonebreaker“ (Knochenbrecher) stechen lassen können, das ist ihr Kampfname. 1995 bei der EM brach sich eine Gegnerin den Arm beim Versuch, sie zu bezwingen. „Das hatte aber wohl nichts mit roher Gewalt zu tun. Sie war bestimmt vorgeschädigt und hat sich eine Stressfraktur zugezogen“, relativiert Kättström.

In ihrem Sport kommt es vor allem auf drei Faktoren an: Kraft, Schnelligkeit und Technik. Nicht zu vernachlässigen, ist aber auch die Psychologie: „Man muss selbstsicher sein. Wer zweifelt, hat schon verloren.“ 

Um ihrem athletischen Aussehen mehr Weiblichkeit zu verleihen, trägt sie für eine Sportlerin, die mit den Händen kämpft, auffällig lange und manikürte Fingernägel. „Solange ich niemanden verletze, ist das erlaubt. Sie sind ja auch nicht scharf, sondern schön.“