Unglaubliche Fälle:

Dumm gelaufen!

Mal ehrlich: Kann man wirklich so dämlich sein wie Jim Carrey und Jeff Daniels in ihrer Fortsetzung von "Dumm und Dümmer"? Oh ja, das geht auf jeden Fall!

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Karikatur: Andreas Meenke

Der 41-jährige Kleinganove Stanley Heiserman hat das perfekte Verbrechen geplant. Das glaubt er zumindest. Im Sommer 1999 betritt er mit vorgehaltener Waffe den kleinen Tante-Emma-Laden in Allentown im US-Bundesstaat Pennsylvania und bekommt auch tatsächlich sofort den gesamten Kasseninhalt ausgehändigt — begleitet von lautem Gelächter der Angestellten.

Es ist seine Verkleidung, die für Spott und Hohn sorgt, denn Heisermann ist bei seinem Überfall vollkommen nackt, lediglich das Gesicht verbirgt er hinter seiner Unterhose, die er sich über den Kopf gezogen hat. Als der Richter ihn später kopfschüttelnd fragt, was ihn zu diesem Aufzug veranlasst habe, verteidigt der ehemalige Soldat seine vermeintlich geniale Idee: Er sei bei früheren Raubzügen anhand der Bekleidung identifiziert worden — daraus habe er halt gelernt.

Seine Pistole hat der „nackte Bandit“, wie die Presse ihn schnell nennt, übrigens in einem Beutel verborgen — um auf der Straße nicht weiter aufzufallen, wie er sagt.

Eine verbrecherische Meisterleistung — für alle

Dümmer als die Polizei erlaubt, ist auch ein 44-jähriger Skandinavier, der in das kameraüberwachte Haus einer Reality-Fernsehshow einbricht und sich bei seiner Straftat von nicht weniger als 17 Kameras dabei filmen lässt, wie er ein paar Hundert Euro und zwei Flaschen Parfüm klaut. Millionen Fernsehzuschauer können sich von seiner Blödheit überzeugen, als der Sender TV3 die verbrecherische Meisterleistung später auch noch im Fernsehen überträgt.

Anzeige erstatten die Verantwortlichen allerdings nicht, denn dieser Dieb ist ja wohl mit seiner Dummheit und dem vom Sender verliehenen Titel „Dümmster Dieb Norwegens“ gestraft genug.

Fluchtwagen in die Waschanlage gefahren

Ein letzter Ganove darf auf keinen Fall fehlen. Denn seine verbrecherische Glanzleistung ist kaum mehr zu übertreffen: Theodore K., 35 Jahre alt, Bankräuber. Als die Polizei von Sacramento in Kalifornien, USA, zu einem Überfall der American Savings Bank gerufen wird, kann sie nämlich den Komplizen von Theodore K. einfach so vor dem Geldinstitut festnehmen.

Dort steht er herum und wartet er nach geglücktem Überfall mitsamt der Beute auf seinen Fluchtwagen, der aber leider nicht da ist, weil sein genialer Kollege die Zeit des Banküberfalls dazu genutzt hat, den Wagen noch mal schnell in die Waschanlage zu bringen. Saubere Leistung, das muss man ja sagen!

Etwas überschätzt

Schlauer sind da im allgemeinen Schachspieler, aber vielleicht auch nicht alle. Der 17-jährige Joe Hayden, der sich 1977 in New Jersey ganzen 180 Gegnern gleichzeitig im Simultanschach stellen will, gehört jedenfalls nicht dazu. Leider nehmen nämlich nur 20 andere Schachspieler die Herausforderung an. Das sind aber auch schon genug, um Hayden stolze 18 Niederlagen beizubringen.

Selbst gegen den siebenjährigen Stowell Fulton verliert er in wenigen Zügen. Gewinnen kann er lediglich gegen seine eigene Mutter und einen Teilnehmer, der mitten im Spiel keine Lust mehr hat, einfach aufsteht und nach Hause geht. Dennoch hat die Leistung gereicht für einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde: als schlechtester Simultanschachspieler aller Zeiten.

Gerupfte tote Tiere kommen aus dem Sturm

Um Zerstörungen ganz anderen Ausmaßes und deren Berechnung geht es Bernard Vonnegut, der sich auf die Ermittlung der Windgeschwindigkeit von Tornados spezialisiert hat — mittels toter Hühner. Vonnegut schießt zu diesem Zweck die Tiere mit einer speziellen Kanone direkt in einen Tornado und ermittelt anschließend am Gerupftheitszustand des Huhns die Windgeschwindigkeit des Sturms.

Das ist zumindest sein Plan. Der aber scheitert ganz gewaltig, weil sich im Nachhinein nicht mehr ermitteln lässt, wer das Huhn so zugerichtet hat: der Tornado oder die monströse Kanone.

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