Das Segelmädchen erzählt:

Ein Haus fühlt sich an wie ein Gefängnis

Bekannt geworden ist Laura Dekker als das jüngste Mädchen, das allein um die Welt segelte – mit 16 Jahren. Darüber hat die Niederländerin nun ein Buch geschrieben.

Die niederländische Weltumseglerin Laura Dekker in Hamburg. Anderthalb Jahre nach ihrer Weltumseglung ist Segelwunderkind Laura Dekker unter die Autoren gegangen.
Marcus Brandt Die niederländische Weltumseglerin Laura Dekker in Hamburg. Anderthalb Jahre nach ihrer Weltumseglung ist Segelwunderkind Laura Dekker unter die Autoren gegangen.

Wie ist es zu dem Buch gekommen und worum geht es darin?

Das Buch beruht auf Tagebuchaufzeichnungen während meiner Weltumseglung. Das dann in Buchform zu bringen, hat ein Jahr gedauert. Ich hoffe, es hilft Menschen zu verstehen, warum ich meine Reise gemacht habe. Viele Leute interessiert meine Geschichte.

In den Niederlanden ist Ihr Buch bereits Anfang des Jahres erschienen. Wie waren die Reaktionen?

Das Feedback war sehr gut. Ich habe Mails von Leuten bekommen, denen das Buch gefallen hat. Vor allem von solchen, die nicht unbedingt um die Welt reisen wollen, sich aber einen anderen Traum erfüllen wollen.

Wie sieht Ihr Leben nach der Weltumseglung aus?

Es hat sich viel verändert. Ich lebe jetzt allein, bin bekannt geworden. Das war so nicht geplant und daran muss ich mich gewöhnen.

Ihr Buch heißt „Ein Mädchen, ein Traum“ – Sie haben sich ihren Traum schon in sehr jungem Alter erfüllt. Wie sehen Ihre weiteren Pläne aus?

Ich möchte meinen Kapitänsschein machen – und segeln. Ich bin nicht sicher, wohin und wann, aber ganz bestimmt hat es etwas mit Segeln und Schiffen zu tun. Bestimmt gibt es auch noch einmal eine längere Reise mit dem Boot.

Wie ist für Sie die Umstellung vom Leben auf dem Wasser zum Leben an Land gewesen?

Ich lebe noch immer auf meinem Boot „Guppy“. Meine Heimat ist dort, wo mein Boot ist – und das ist immer woanders. Nach der Weltumseglung habe ich zunächst auf einem Tauchboot mit Touristen gearbeitet und bin ein wenig gereist. Vor kurzem war ich in Thailand und Australien – also immer unterwegs.

Sie gehen also nicht mehr zur Schule?

Nein. Ich glaube, ich komme auch ohne Schulabschluss klar. Meine Großeltern wollen, dass ich noch etwas zur Schule gehe, aber meinen Eltern macht das nicht viel aus. Ich möchte Kapitän werden, dafür brauche ich keinen Schulabschluss.

Gab es etwas, das Ihnen auf See gefehlt hat?

Ein kaltes Getränk, ein gutes Essen, eine warme Dusche. Das vermisst man eine Woche lang, aber dann gewöhnt man sich daran. Auf dem Land fehlt mir viel mehr: die Ruhe, die Natur, das Alleinsein.

Wie ist es für Sie, auf dem Land zu sein?

Ich habe nur ein Jahr lang in einem wirklichen Haus gewohnt – als ich sechs Jahre alt war. Ein Haus fühlt sich für mich an wie ein Gefängnis, ich fühle mich eingesperrt.

Viele Menschen empfanden Ihre Reise als leichtsinnig. Können Sie die Sorgen im Nachhinein verstehen?

Viele wussten nicht, worüber sie gesprochen habe. Ich wusste genau, was ich tue. Natürlich wusste ich nicht alles, aber genug, um die Welt zu segeln.

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