Königliches Rennen in Ascot:

Ein Laufsteg mit Pferden

Die Tradition des königlichen Pferderennens im englischen Ascot reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Heute ist es ein riesiger Laufsteg und ein echtes Spektakel.

Der Hut für die Dame war zwar schon immer Pflicht, aber Jahr für Jahr werden die Kopfbedeckungen verrückter.
Tal Cohen Royal Ascot Ladies Day

Wer beim königlichen Pferderennen im englischen Ascot wirklich auffallen will, muss auf Extreme setzen. Zum Beispiel ein Hut-Gestell von gut zwei Metern Durchmesser aus Blechdosen-Deckeln anziehen. Oder Federn im Ausmaß eines ganzen Vogelschwarms mit sich herumtragen. Royal Ascot ist für die ausgefallenen Hüte der Besucherinnen und den an viktorianische Zeiten erinnernden Frack-und-Zylinder-Auftritt der Herren weltberühmt, und macht seinem Ruf jedes Jahr zuverlässig alle Ehre.

Klassensystem zeigt sich am Standort

Doch was wäre ein echtes englisches Traditionsereignis ohne die Erinnerung an das ausgeklügelte Klassensystem. In Ascot sieht das so aus: Nur ausgesuchte Zuschauer, die seit Jahren kommen oder aber über die richtigen Kontakte verfügen, bekommen ein Ticket für die Abteilung „Royal Enclosure“. Der „Grand Stand“ als Zuschauerplatz bildet so etwas wie die Mittelschicht. Im „Silver Ring“ versammelt sich dann die Masse – teilweise ohne Überdachung mit selbst mitgebrachtem Picknick auf der Wiese. Mit absteigendem Prestige der Ränge wird der Frack der Herren zum Anzug und offenen Hemd, die Röcke der Damen kürzer und die Absätze höher.

Frack und Zylinder - auch bei Hitze

Ein Besuch in Ascot verlangt auch weniger extrovertierten Besuchern eine Menge modische Vorbereitung ab, denn mit der Kleiderordnung nehmen es die Veranstalter ganz genau. Anzug für Männer und Kleid oder schicker Hosenanzug für Frauen sind selbst auf den unteren Rängen Pflicht. Erbarmungslos wird es dann auf den Edelständen in der „Royal Enclosure“. Herren müssen Frack, Weste, Krawatte, gestreifte Hose und Zylinder tragen. Die Kleider der Frauen müssen bis mindestens ans Knie reichen, die Träger dürfen nicht schmaler als 2,5 Zentimeter sein. Der Hut muss „eine ausreichende Fläche des Kopfes bedecken“.