125 Jahre Jack the Ripper:

Eine Mordserie voller Schauer und Faszination

Kaum eine Mordserie wurde so oft verfilmt oder in Romanen verpackt wie die um Jack the Ripper. Bis heute sind die mysteriösen und brutalen Fälle nicht geklärt, und sie faszinieren umso mehr.

Innerhalb von drei Monaten tötete und verstümmelte Jack the Ripper fünf Prostituierte im Londoner East End. Foto: Pro Sieben
Prosieben Innerhalb von drei Monaten tötete und verstümmelte Jack the Ripper fünf Prostituierte im Londoner East End. Foto: Pro Sieben

125 Jahre ist es her, dass der brutale Serienmörder Jack the Ripper den Londoner Osten unsicher machte – und bis heute sind die Bewohner der Gassen und Hinterhöfe dort nicht ganz von ihm befreit. Hunderte Touristen schieben sich täglich durch die Straßen des früheren Armenhauses Londons, Whitechapel, das in den vergangenen Jahren zum Trendviertel geworden ist, um dem Ripper auf die Spur zu kommen. Gleich mehrere Tourveranstalter bieten Rundgänge an die Orte des Geschehens einer der berühmtesten Mordserien aller Zeiten an. Die Anwohner sind mittlerweile total genervt.

„Am Wochenende ist hier echt die Hölle los, das ist einfach lächerlich“, sagt eine junge Frau, die seit mehreren Jahren in der Nähe des Pubs „The Ten Bells“ wohnt, in der Opfer des Killers Stammgäste gewesen waren. Hier enden viele der Touren, und Besucher aus aller Welt nehmen ein schaurig-schönes Pint zum Abschluss. Dabei wird so mancher kurzzeitig zum „Ripperologist“, einem aus der Heerschar von Hobby-Detektiven, die bis heute versuchen, die mysteriöse Serie zu klären und die Identität von Jack the Ripper herauszufinden.

Vieles in dem Fall ist völlig unklar und umstritten, und Legenden haben sich darunter gemischt. Doch allgemein geht man davon aus, dass Jack the Ripper zwischen August und November 1888 fünf Prostituierte im Stadtteil Whitechapel ermordete und ihre Körper verstümmelte.

Im Laufe der Zeit erhielt der Aufschlitzer Kultstatus

Allerdings gab es rund um diesen Zeitraum weitere Frauenmorde, und es ist umstritten, wer das erste Opfer war. So gehen einige davon aus, dass die am 7. August 1888 gefundene Martha Tabram bereits ein Ripper-Opfer war. Die Londoner Polizei allerdings vermutet mittlerweile, dass drei Ganoven sie töteten. Offiziell gilt als erstes Opfer Mary Ann Nichols. Sie wurde am 31. August 1888 gefunden. Als letzte wird Mary Jane Kelly angesehen, getötet am 9. November 1888. In London herrschte eine Stimmung der Panik, angefeuert von den Boulevardzeitungen. Mindestens fünf weitere Mordfälle werden zu den „Whitechapel Murders“ gezählt, aber nicht eindeutig Jack the Ripper zugeordnet. Der Name, der auf Deutsch in etwa Jack der Aufschlitzer oder Lustmörder bedeutet, stammt aus einem Brief, der während der Zeit an eine Nachrichtenagentur ging. Der Verfasser behauptete, der Mörder zu sein und nannte sich selber Jack the Ripper.

Bis heute wurden Hunderte Verdächtige genannt, darunter ein Enkel von Queen Victoria, Prinz Albert Victor, ein Baumwollhändler namens James Maybrick sowie der königliche Leibarzt William Gull. Londons Polizei Scotland Yard hat heute eine eigene Internetseite mit allen Infos zum Ripper.

Seine Taten waren abscheulich, er verbreitete Angst und Schrecken, doch auch vor und nach ihm hat es brutale Morde gegeben. Wie kann es sein, dass Jack the Ripper Kultstatus hat – und das mehr als hundert Jahre, nachdem das Töten begann?

Ripper-Autor Paul Begg glaubt, dass die Mordserie zum Symbol für etwas Übergeordnetes geworden ist, zu einer Art Metapher. „Für viele Leute ist Jack the Ripper die Personifizierung unser aller Angst vor dem Fremden, der im Dunkel lauert – dieses Element, gegen das wir uns nicht verteidigen können“, sagte er. Zudem hat die Geschichte alles, was die Fantasie anregen kann: Sie ist ungeklärt und steckt voller Verschwörungstheorien. Auch Sozialaspekte der viktorianischen Gesellschaft dürften eine Rolle für die anhaltende Faszination mit dem Ripper spielen.

Heute allerdings steht auch noch ein anderes Element im Mittelpunkt. Die Geschichte um Jack the Ripper war von Anfang an eine Mediengeschichte. Die Zeitungen der Zeit heizten sie an wie kaum eine vor ihr, nur kurze Zeit nach den Taten gab es Theaterstücke, Romane und später auch Verfilmungen darüber.

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