Terror-Anschlag:

Mehr als 30 Tote und rund 230 Verletzte bei Explosionen in Brüssel

Terroristen haben am Dienstagmorgen in Brüssel mehrere Anschläge verübt. Zwei Explosionen hatten den Flughafen getroffen, dann explodierte es in einer Metrostation. Es gibt zahlreiche Tote und Verletzte. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Ereignisse und wird fortlaufend aktualisiert.

Die Sicherheitsbehörden haben den Flughafen Brüssel geräumt.
Screenshot Tagesschau24 Die Sicherheitsbehörden haben den Flughafen Brüssel geräumt.

Die belgische Hauptstadt Brüssel wurde am Dienstagmorgen von einem Terroranschlag mit mehreren Explosionen erschüttert. Dabei sollen laut Angaben belgischen TV-Senders VRT mindestens 34 Menschen getötet und mehr als 187 verletzt worden sein. Bislang liegen keine Informationen über deutsche Opfer vor.

Zuerst gab es am Brüsseler Flughafen Zaventem gegen 8 Uhr zwei schwere Explosionen. Dabei sollen laut VRT 20 Menschen getötet und 100 verletzt worden sein. Auch in der Metrostation Maelbeek hat es eine Detonation gegeben. Die Station liegt im Herzen des sogenannten EU-Viertels. Mindestens 14 Menschen kamen hier ums Leben und 130 wurden verletzt.

In der Nähe der Station soll sich in der Rue de la Loi zudem gegen Vormittag eine vierte Explosion ereignet haben. Dabei soll es sich um eine kontrollierte Sprengung durch Experten gehandelt haben. Im Gebäude des Brüsseler Flughafens ist nach einem Medienbericht des Senders RTBF am Nachmittag eine dritte Bombe gefunden und entschärft worden.

Höchste Alarmbereitschaft

Die Ursache der Explosionen blieb zunächst unklar. Im Laufe des Vormittags verdichteten sich dann die Hinweise, dass es sich um einen gezielten Terroranschlag handelt. Davon gehen inzwischen die belgischen Sicherheitsbehörden aus. Am Nachmittag hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Terroranschlägen bekannt. Das berichtet die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Amaq am Dienstag im Internet.

Der belgische Innenminister hat kurz nach den Explosionen die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen. Über einen möglichen Zusammenhang mit der Verhaftung des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam am Freitag besteht derzeit keine Klarheit.

Entgegen anderslautenden Berichten wurden die belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel nicht vollständig evakuiert. Die Anlage Tihange liegt etwa 70 Kilometer von Aachen entfernt. Der Betreiber Electrabel teilte allerdings mit, dass verzichtbare Personal aus Sicherheitsgründen nach Hause geschickt worden sei.

Öffentlicher Verkehr komplett eingestellt

Die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet, dass sich die ersten Explosionen in der Abflughalle des Flughafens ereignet haben sollen. Laut anderen Medienberichten zufolge soll es am Check-in-Schalter der Fluglinie American Airlines geschehen sein. Zeugen berichten davon, dass sie zuvor Schüsse gehört haben. Außerdem soll eine Person etwas auf Arabisch gerufen haben. Es gibt Hinweise auf einen oder mehrere Selbstmordattentäter.

Bilder des Flughafens zeigten Rauchwolken und zersplitterte Fensterscheiben. Der Betreiber hat den Flughafen geschlossen und geräumt. Alle Starts wurden abgesagt. Flüge nach Brüssel werden unter anderem nach Frankfurt am Main umgeleitet. Der Bahnverkehr zum Flughafen Brüssel ist eingestellt. Ebenso der gesamte Nahverkehr der Stadt; weder Bus, Tram noch Metro fahren. Als Reaktion darauf, rief der belgische Taxiverband seine Mitglieder dazu, Menschen kostenlos aus der Gefahrenzone zu bringen.

Aus Sicherheitsgründen hat die Nahverkehrsgesellschaft Stib alle Metrostationen in Brüssel geschlossen. Außerdem ist die Autobahn zum Flughafen gesperrt. Auch der internationale Fernverkehr von und nach Belgien ist unterbrochen.

Regierung warnt vor weiteren Attentätern

Die Menschen in Brüssel sind dazu aufgerufen worden, zu bleiben, wo sie sind. Die belgische Regierung befürchtet, dass weitere Attentäter weiter auf freiem Fuß in der Stadt unterwegs sind. Außerdem sollen die Brüssler laut nationalem Krisenzentrum zur Kommunikation auf die sozialen Medien ausweichen, da das normale Kommunikationsnetz überlastet sei.

Als Konsequenz der Explosionen hat die Bundespolizei ihre Kontrollen am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main verschärft. In ganz Europa und weltweit haben die Sicherheitsbehörden ihre Vorkehrungen verschärft.

Die belgischen Atomkraftwerke an den Standorten Doel und Tihange haben zudem ihr Personal auf ein Minimum reduziert. „Nur wer wirklich da sein muss, bleibt“, sagte ein Sprecher der belgischen Atomaufsicht AFCN, wie die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag berichtete. Die von der Atomaufsicht angeordneten Vorkehrungen sollen dem Bericht zufolge das Risiko minimieren, dass Personen, die Böses im Schilde führen, auf das Gelände gelangen.

Wichtige Anlaufstellen

  • Das Auswärtige Amt hat eine Notfallnummer eingerichtet: 030  5000 3000.
  • Facebook hat seinen Sicherheitscheck eingeschaltet. Nutzer können auf der Seite angeben, dass sie wohlauf sind: www.facebook.com/safetycheck/brusselsexplosions-march2016
  • Der Flughafen Brüssel ist unter der Notfallnummer für Angehörige +32 (2) 753 73 00 erreichbar.
  • Das belgische Rote Kreuz hat eine Internetseite geschaltet, auf der Personen angeben können, dass sie in Sicherheit sind: ikbenveilig.rodekruis.nl/brussel

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