Gefährliche Muntermacher:

Herzrasen und Krämpfe durch Energy-Drinks

Viele Jugendliche setzen in langen Partynächten auf den Energie-Schub aus der Dose. Kommt neben diesem Koffein-Kick noch Alkohol ins Spiel, wird es oftmals riskant. Mediziner mahnen zur Vorsicht.

Großes Angebot: Energy-Drinks stehen in Getränkemärkten wie hier in Dresden im Regal.
Sebastian Kahnert Großes Angebot: Energy-Drinks stehen in Getränkemärkten wie hier in Dresden im Regal.  

Das ostdeutsche Giftinformationszentrum in Erfurt hat vor einem übermäßigen Konsum von Energiegetränken gewarnt. Wer die koffeinhaltigen Drinks dosenweise zu sich nehme, schade seiner Gesundheit, sagte der Leiter des Giftnotrufs, Helmut Hentschel.

Noch gefährlicher sei die Kombination mit Alkohol oder gar Drogen, die unter anderem zu Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen führen könne. Bei dem Griff zu Energiegetränken sei große Vorsicht geboten. „Kinder, Jugendliche und Schwangere sollten ganz die Finger davon lassen“, riet der Mediziner. Seit 2005 habe das Giftinformationszentrum 19 Notfälle nach einem erheblichen Konsum von Energy-Drinks verzeichnet.

Allein fünf Fälle davon gab es in diesem Jahr. „Das ist ein bedenkliches Signal“, sagte Hentschel. Energy Drinks seien zurzeit vor allem bei Jugendlichen äußerst beliebt. Der Konsum habe in den vergangenen Jahren bei den13- bis 25-Jährigen stark zugenommen. Auf Partys hätten inzwischen Energiegetränke die sogenannten Alcopops – alkoholhaltige Limonaden – abgelöst.

Das mittlere Alter der Patienten, die beispielsweise über Herzrasen oder hohen Blutdruck klagten, liege bei 15 Jahren. In einem Fall habe 2013 ein 14 Jahre alter Junge aus Dresden mit Krampfanfällen ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Neben Koffein enthalten Energiegetränke unter anderem den Stoff Taurin. „Über den Wirkungsmechanismus dieser Aminosäure ist uns bislang kaum etwas bekannt“, sagte Hentschel. Im Wechselspiel mit Alkohol und sportlicher Betätigung wie Tanzen komme es bei einem übermäßigen Verzehr der Powerdrinks dann häufig zu Komplikationen. Beim Genuss von zwölf dieser Getränke sei allein schon die Koffeinkonzentration so hoch, dass sie zu akuten Vergiftungen führen könne, warnte Hentschel. „Die Gefährdungsgrenze liegt aber deutlich darunter.“ In Frankreich, Dänemark und Norwegen seien Energy-Drinks bereits verboten worden.

Das Giftinformationszentrum erreichten 2013 nach eigenen Angaben 22 000 Anfragen. Damit habe sich die Zahl in den vergangenen Jahren auf einem stabilen Niveau eingepegelt. Mehr als die Hälfte aller Vergiftungen und Verdachtsfälle gingen auf Arzneimittel zurück. Weitere Auslöser sind Haushaltsprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel sowie Pflanzen. Das Giftinformationszentrum, das 2014 sein 20-jähriges Bestehen feiert, wird von den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern getragen.

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