Helikopter stürzt auf Pub:

Hubschrauberabsturz sorgt für Entsetzen in Glasgow

Das Grauen kam plötzlich: Die Party-Gemeinde im Glasgower Pub „The Clutha Vaults“ lief bei Ska-Musik gerade so richtig warm, als ein Polizeihubschrauber durch das Dach stürzte. Mindestens acht Menschen kamen ums Leben.

Stück für Stück muss nun der Helikopter beseitigt werden. Erst dann ist sicher, wie viele Opfer der Absturz wirklich gefordert hat.
Andrew Milligan Stück für Stück muss nun der Helikopter beseitigt werden. Erst dann ist sicher, wie viele Opfer der Absturz wirklich gefordert hat.

„The Clutha Vaults“ ist eine Institution in Glasgow – ein Musikpub, der die Massen anzieht. Am Freitagabend spielt in den niedrigen Räumen am Ufer des Clyde-Flusses eine Ska-Band. Etwa 120 Leute sind gekommen, feiern, tanzen, trinken. Kurz vor halb elf verwandelt sich die fröhliche Feier in der Nacht zum St.-Andrews-Day abrupt in einen Albtraum. Ein Hubschrauber der Glasgower Polizei stürzt auf das Flachdach des Pubs, das Gebäude bricht teilweise ein. Besucher werden unter Trümmern begraben.

Nach Angaben der Polizei sterben mindestens acht Menschen. Doch auch am Sonntag, zwei Tage nach dem Unglück, ist das gesamte Ausmaß noch längst nicht sichtbar. Erst wenn das Wrack des Helikopters gehoben sei, könne man sagen, wie viele Menschen tatsächlich in den Trümmern ihr Leben ließen, sagt Rose Fitzpatrick von der Glasgower Polizei. Zuvor hatte bereits Schottlands Polizeichef Sir Stephen House fast die Stimme versagt, als er verkünden musste, dass unter den Toten auch zwei seiner Kollegen sind. Die gesamte Hubschrauberbesatzung – ein ziviler Pilot, eine 36 Jahre alte Polizistin und ein weiterer Beamter – kam um.

Augenzeugen berichteten von einer schier undurchdringlichen Staubwolke im Pub. Die Menschen seien in Blut und Staub getaucht gewesen, sagte eine Frau. Die Schilderung des Kneipen-Mitinhabers Saverio Petri macht die Dramatik der Ereignisse deutlich. „Ich sah, wie das ganze Dach in diesem Teil des Pubs plötzlich herunterkam“, sagt er. „Ich wurde am Bein getroffen, am Arm, am Kopf.“ Er hatte einen Schutzengel: Die herabfallenden Trümmer katapultierten ihn unter die Theke, die ihn davor bewahrte, erschlagen zu werden.

Die Suchmaßnahmen dauern weiter an

Noch zwei Tage danach bietet sich in Glasgow ein Bild des Grauens. Das Wrack des Hubschraubers vom Typ Eurocopter steckt noch immer im Dach des Gebäudes fest. Die Rettungskräfte decken eine große Plane darüber, um den Blick auf das Horrorszenario zu verbergen. Intensiv versuchen die Rettungsteams, noch Überlebende zu finden, Suchhunde sind im Einsatz. Am Sonntagvormittag wird eine weitere Leiche aus den Trümmern geborgen. Ob diese in der Zählung von acht Todesopfern bereits enthalten ist, bleibt zunächst unklar.

Und während die Anteilnahme bis hin zu Königin Elizabeth groß ist, wird die Ursache für den Absturz des Hubschraubers kontrovers diskutiert. Während Experten zu einer technischen Ursache tendieren, dürften auch Wettereinflüsse eine Rolle gespielt haben.