„Pilzköpfe“ in Halle:

Kuriose Zutaten fürs Beatles-Museum

Von Liverpool aus haben sie mit ihrer Musik die Welt erobert – die Beatles. Heute lagert eine der umfangreichsten Sammlungen nicht in der britischen  Stadt, sondern in Halle – wo die Musiker nie waren.

Die vier Beatles-Mitglieder als Matroschka.
Jan Woitas Die vier Beatles-Mitglieder als Matroschka.

Ein gelbes U-Boot als Weihnachtskugel, ein Löffel von John Lennon und peinliche Schreibfehler auf einem alten Plattencover: Der Starkult um die Beatles hat fast auf der ganzen Welt Spuren hinterlassen. Es gibt Museen in Liverpool, Buenos Aires und – in Halle (Sachsen-Anhalt). Das Beatles Museum in der Stadt an der Saale ist für den leidenschaftlichen Fan der „Pilzköpfe“ eine ausgemachte Fundgrube. Vom unbedarften Neuling verlangt das bis unter die Decke mit Souvenirs, Plakaten, Platten und anderen Sammlerstücken vollgestopfte Haus hingegen einiges an Leselust und Geduld. Rund 8500 Exponate und Archivstücke beherberge das Haus auf drei Etagen, sagt der Museumssprecher Stefan Lorenz.

Angefangen habe alles 1964 in Köln, der Partnerstadt von Liverpool, erläutert Lorenz. Der Rheinländer Rainer Moers hortete damals alles, was er über die 1960 gegründete Gruppe finden konnte. Mit wachsender Beliebtheit der vier Ikonen – John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr – wurde auch seine Privatsammlung umfangreicher. Es folgten Wanderausstellungen, 1989 eröffnete Moers schließlich in Köln ein eigenes Museum.

Abstruse Souvenirs wie etwa Kondomverpackungen

Im Jahr 1999 sei das Museum nach Halle umgezogen – wo die Beatles jedoch nie waren. Der Grund: In Köln platzte die auf 60 Quadratmeter Fläche begrenzte Schau aus allen Nähten. Nach einer Ausschreibung erhielt Halle den Zuschlag für den neuen Standort.

Von den 1960er Jahren bis heute – keine Phase in der rasanten Entwicklung der populären Band und der späteren Solokarrieren ihrer Mitglieder lässt das Museum aus. „Wir stapeln hier bis unter die Decke“, sagt Lorenz mit Blick auf meterhohe Vitrinen. Zu sehen sind etwa abstruse Souvenirs wie etwa Kondomverpackungen, die mit den Gesichtern der Beatles bedruckt sind. Ein besonderer Schatz sei ein glänzender Löffel, von dem John Lennon einst aß, so Lorenz. Aber auch die ins Deutsche fehlübersetzte Single „Sie liebt mich“ (statt: „Sie liebt dich“) habe ihren Wert. 22  000 Besucher – darunter Schulklassen und Musikexperten aus aller Welt – kommen jedes Jahr.

Im kommenden Jahr soll das 50. Jubiläum der Sammlung mit speziellen Gästen und kleinen Überraschungspartys gefeiert werden. Dann sind die „Pilzköpfe“ seit knapp 15 Jahren in Halle. „Das ist die Wiedergutmachung dafür, dass Georg Friedrich Händel einst als berühmtester Sohn der Stadt nach England gezogen ist“, sagt Lorenz.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung