Täter schnell überführt:

Laserattacke gegen Polizei-Helikopter

Kein Schuljungenstreich: Mit einem Laserpointer zielt ein 17-Jähriger in Schwaben auf das Cockpit eines Polizeihubschraubers. Der Pilot nimmt die Suche nach dem Täter selbst in die Hand – und hat Erfolg.

Der Pilot eines Polizei-Hubschraubers setzte sich gegen einen Laser-Angriff zur Wehr.
Jens Wolf Der Pilot eines Polizei-Hubschraubers setzte sich gegen einen Laser-Angriff zur Wehr.

Diesem Hubschrauberpiloten reichte es: Als er während des Flugs über das schwäbische Dettingen an der Erms vom Strahl eines Laserpointers geblendet wurde, drehte er den Spieß um. „So hartnäckig, wie der Übeltäter den Helikopter attackierte, so hartnäckig verfolgte die Besatzung den Strahl zurück“, berichtete die Polizei.

Ihr Vorteil: Den Steuerknüppel hatte einer ihrer Kollegen in der Hand, denn es handelte sich um einen Diensthelikopter. Der Pilot gab den Kollegen am Boden die Adresse durch, von der aus der Laserstrahl nach seiner Beobachtung gekommen sein musste.

Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren

Wenige Minuten später klopfte eine Polizeistreife an die Tür eines überraschten 17-Jährigen. Der Teenager gestand die Tat und händigte den Laserpointer aus. Die Polizei betonte, dass solche Aktionen keine Streiche seien. Das Strafgesetzbuch sieht den Angaben zufolge bei einem gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. „Davon abgesehen gefährden die meist gedankenlos handelnden Täter Menschenleben.“

In den vergangenen Jahren seien Laserangriffe auf den Luftverkehr deutlich gestiegen, sagte Jörg Handwerg vom Berufsverband der Piloten Cockpit. Statistiken des Luftfahrtbundesamts zufolge wurden von 2009 bis 2011 jährlich knapp 300 Vorfälle dieser Art verzeichnet. Tendenz: steigend.

Cockpit fordert seit Jahren ein Besitzverbot von leistungsstarken Laserpointern, wie Handwerg sagte. „Laserpointer sind ähnlich wie eine Waffe und sollten gar nicht erst in die Hände von Kindern und unverantwortlichen Erwachsenen gelangen.“ „Durch das plötzlich einstrahlende grelle Licht zieht sich die Pupille des Piloten blitzartig zusammen“, erklärte die Polizei. „Er sieht dann von einem Moment auf den anderen nur noch Punkte, Schlieren oder nichts mehr.“

Besonders bei Start und Landung gefährlich

Dies geschieht den Angaben nach meist in den entscheidenden Flugphasen des Starts oder der Landung. „Genau dann also, wenn etwa große Passagierflugzeuge tief fliegen und kein Autopilot sie kontrolliert, sondern per Hand und auf Sicht gesteuert werden müssen.“ Derartige Angriffe spielten sich häufig in der Nähe von Flughäfen ab.

Dass sogar ein Pilot selbst den Täter ausfindig macht, kommt hin und wieder vor: Im Dezember 2012 hatte es beispielsweise ein 15-Jähriger in St. Leon-Rot auf einen Polizeihubschrauber abgesehen. Auch hier identifizierte der Pilot das Haus und gab den Kollegen Bescheid. Auch wenn es glimpflich ausging und der Pilot unversehrt blieb, warnt die Polizei: „Finger weg von diesem technischen Spielzeug und den Verstand einschalten.“

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