Erneute Attentate:

Mehr als 20 Tote bei Terroranschlägen in drei Ländern

Türkei, Indonesien und Somalia: Die Anschläge reißen in dieser Woche nicht ab. Unterdessen meldet die Türkei einen Vergeltungsschlag gegen die Terrormiliz IS.

BAGUS INDAHONO Das Bild entstand unmittelbar nach dem Anschlag in Indonesien: Die Verantwortung für das Attentat übernahm die Terrormiliz Islamischer Staat.

Nur zwei Tage nach dem Anschlag von Istanbul hat ein neuer Angriff die Türkei erschüttert. Auch die indonesische Hauptstadt Jakarta und ein kleiner Flughafen in Somalia wurden am Donnerstag Ziel von Attentätern.

Terror-Angriff in Somalia

- Die meisten Opfer gab es am Donnerstag bei einem Überfall der Terrormiliz Al-Shabaab auf einen kleinen Flughafen in Somalia. Acht Angreifer, zwei somalische Soldaten und ein Zivilist seien bei Kämpfen im Ort Elbur getötet worden, sagte der Bürgermeister Nor Hassan Gutale. Anwohner berichteten von stundenlangen Auseinandersetzungen, an denen auch Friedenstruppen der Afrikanischen Union beteiligt waren. Die radikalislamische Al-Shabaab bekannte sich zu dem Angriff und behauptete, mehr als 20 Soldaten getötet zu haben. Elbur war bis vor zwei Jahren eine Hochburg der Extremisten, wurde dann aber von Regierungs- und AU-Truppen zurückerobert.

IS-Attentat in Indonesien

- Bewaffnet mit Sprengstoff und Gewehren sind fünf Attentäter mit Mopeds ins belebte Geschäfts- und Büroviertel der indonesischen Hauptstadt Jakarta gefahren. Zwei von ihnen sprengten sich nach Angaben der Polizei in die Luft und rissen zwei Passanten mit in den Tod. Polizisten erschossen drei Angreifer. Unter den 15 Verletzten war auch ein Deutscher. Die Verantwortung für das Attentat übernahm die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).
 

Weiterer Anschlag in der Türkei

- Zwei Tage nach dem Istanbuler Attentat richtete sich ein Autobombenanschlag gegen eine Polizeistation in der südosttürkischen Provinz Diyarbakir. Mindestens sechs Menschen starben, fast 40 weitere wurden verletzt. Das Amt des Provinzgouverneurs machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Angriff im Distrikt Cinar in der Nacht zu Donnerstag verantwortlich. Zeitgleich mit der Explosion hätten Angreifer das Feuer aus Schusswaffen eröffnet. Im Bezirk Nusaybin der südosttürkischen Provinz Mardin kam es zu einem weiteren Anschlag. Ein 42-Jähriger sei durch einen von der PKK gelegten Sprengsatz getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Die Bombe habe Polizisten gegolten. Diese blieben demnach aber unverletzt.

Türkei meldet Vergeltungsschlag gegen IS

Als Vergeltung für den Selbstmordanschlag auf die deutsche Reisegruppe in Istanbul hat die Türkei nach Regierungsangaben einen Großangriff auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begonnen. Bei dem Panzer- und Artilleriebeschuss auf die Dschihadisten in den Nachbarländern Irak und Syrien seien rund 200 IS-Kämpfer getötet worden, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.
 

 

 

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