Flüchtlings-Tragödie:

Mehr als 70 Tote aus Lkw in Österreich geborgen

Bei dem Flüchtlingsdrama auf einer Autobahn in Österreich sind noch weit mehr Menschen umgekommen als zunächst befürchtet.

Dieser Lkw stand auf der Standspur auf einer Autobahn in Österreich. In seinem Inneren befanden sich die toten Flüchtlinge.
Hans Punz Dieser Lkw stand auf der Standspur auf einer Autobahn in Österreich. In seinem Inneren befanden sich die toten Flüchtlinge.

Bei dem Flüchtlingsdrama auf einer Autobahn in Österreich sind noch weit mehr Menschen umgekommen als zunächst befürchtet: Die Polizei barg in der Nacht zum Freitag mehr als 70 Leichen aus dem von Schleppern zurückgelassenen Lastwagen. Das sagte Innenministeriumssprecher Alexander Marakovits der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Ermittler waren zunächst von bis 50 Toten ausgegangen. Der auf einem Pannenstreifen der Autobahn A4 knapp 50 Kilometer südöstlich von Wien abgestellte Lkw war Donnerstagabend in eine ehemalige Veterinärmedizinische Anstalt gebracht worden, wo eine entsprechende Kühlung vorhanden ist. Die Leichen aus dem Laderaum sollen laut Polizeiangaben in der Gerichtsmedizin in Wien untersucht werden.

Identität der Opfer ungeklärt

Dabei soll unter anderem die Todesursache ermittelt werden. Bislang gehen Experten davon aus, dass die Menschen erstickten. Zudem bemühen sich die Gerichtsmediziner um die Feststellung der Identität der Opfer. Unklar ist bisher auch noch, woher die Flüchtlinge stammten und wann sie gestorben sind.

Mitarbeiter des Autobahn-Streckendienstes Asfinag hatten den 7,5 Tonnen schweren Lkw am Donnerstag im Autobahnabschnitt bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) entdeckt. Der Lastwagen war aus Ungarn gekommen. Die österreichische Polizei hat mit Unterstützung ungarischer Ermittler eine Großfahndung nach den Schleppern in Gang gesetzt.

Weiterführende Links

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!