Kim Basinger:

„Meine Hauptrolle war vor allem die einer Mutter“

Hollywoodstar Kim Basinger ist gerade 60 Jahre alt geworden. Das Alter mache ihr nichts aus, sagt sie. Sie genieße lieber das Leben. Mit Chris Melzer sprach die Schauspielerin über ihre deutschen Wurzeln, Mütter, Großmütter und das Altern.

Kim Basinger spielte zuletzt an der Seite von Sylvester Stallone im Film "Zwei vom alten Schlag".
Peter Foley Kim Basinger spielte zuletzt an der Seite von Sylvester Stallone im Film "Zwei vom alten Schlag".

Frau Basinger, Glückwunsch nachträglich, Sie wurden gerade 60. Wie fühlt man sich in dem Alter?

Ach, auch nicht anders als vorher. Und zwar gut! Ich liebe das Leben und ich habe so viel erleben dürfen. Mir tut so leid, dass ich schon so viele Menschen gehen sehen musste. Aber das lässt mich mein Leben nur umso bewusster leben. Ich genieße wirklich jeden Tag und ich bin dankbar für jede Minute.

Sie haben in den siebziger, achtziger und neunziger Jahren die Femme fatale gespielt, in den letzten Jahren vor allem Mütter – und nun in ihrem neuen Film „Zwei vom alten Schlag“ sogar eine Großmutter. Ist das nicht ein Bruch, eine neue Ära für eine Schauspielerin?

Vielleicht, aber dafür sind wir ja Schauspieler. Und mir hat die Rolle großen Spaß gemacht, gerade weil es eine neue Erfahrung war. Vor allem, weil ich einen so tollen Mitspieler hatte. Nicht Sylvester Stallone oder Robert De Niro, die natürlich auch. Aber ich meine den kleinen Camden Gray, im Film mein Enkel. Das hat Riesenspaß gemacht, mit ihm zu spielen.

Sie spielen Stallones Geliebte Sally und die junge Sally wurde von Ireland gespielt, Ihrer Tochter. Eine junge hübsche Frau, die schon als Teenager modelt und dann zum Film findet – das klingt irgendwie vertraut...

Natürlich gibt es Parallelen zu meinem Leben. Aber als Ireland noch ganz, ganz klein war, habe ich sie mal gefragt, was sie werden wolle. Und sie hat zu meiner Verblüffung gesagt: Einfach ich selbst! Und bisher macht sie das auch so, obwohl sie natürlich gerade 18 ist. Aber sie geht ihren eigenen Weg. Und was mir am wichtigsten ist: Sie will weiter lernen und ihr ist, trotz ihrer frühen Erfolge, Bildung sehr wichtig. Ja, meine kleine Tochter ist erwachsen geworden.

Sie selbst haben in den letzten Jahren einige sehr interessante Rollen gehabt. Aber wo sind die Hauptrollen?

Oh, es gab schon ein paar. Aber da kommt wieder Ireland ins Spiel. Meine Hauptrolle war vor allem die einer Mutter, das war mir wichtiger als alles andere. Jetzt ist sie erwachsen, da könnte ich wieder mehr Hauptrollen übernehmen. Aber mir ist das gar nicht so wichtig. Ich finde das Interagieren mit anderen Schauspielern viel wichtiger als die Stellung als einzelner Darsteller.

Basinger klingt sehr deutsch. Ist das nur die DNA oder haben Sie noch Verbindungen nach Deutschland?

Familiär leider gar nicht. Aber es stimmt, meine Familie hat deutsche Wurzeln. Privat gibt es leider keine Kontakte. Aber beruflich. Ich habe gerade in Hamburg gedreht und fühle mich wahnsinnig wohl.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung