Amoklauf von München:

Mutmaßlicher Waffen-Verkäufer festgenommen

Der Amokschütze von München soll seine Waffe im sogenannten Darknet erstanden haben. Nun tappte ein Händler in eine Falle, die ihm Ermittler gestellt hatten.

Vor dem Fastfood-Restaurant gegenüber dem Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München eröffnete der Schütze das Feuer.
Peter Kneffel Vor dem Fastfood-Restaurant gegenüber dem Olympia-Einkaufszentrums (OEZ) in München eröffnete der Schütze das Feuer.

Der mutmaßliche Verkäufer der Waffe des Amoklaufs von München ist bei einem Scheingeschäft gefasst worden. Der 31-Jährige wurde am Dienstag in Marburg in Hessen festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilten.

Die Ermittler hatten dem mutmaßlichen Waffenhändler, der Ware im Darknet angeboten hatte, eine Falle gestellt. Bei der Anbahnung des Geschäfts habe der Mann gesagt, dem Amokschützen bei einem Treffen im Mai in Marburg die verwendete Pistole und vier Tage vor dem Amoklauf die Munition verkauft zu haben. Diese Angaben würden durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts gestützt.

Waffen und Munition sichergestellt

Der 18 Jahre alte Amokschütze hatte am 22. Juli am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und sich anschließend selbst getötet.

Bei dem Scheingeschäft stellten die Ermittler am Dienstag die vereinbarte Maschinenpistole, eine Pistole und Munition zum Preis von insgesamt 8000 Euro sicher. Der Mann habe zu seiner Eigensicherung in einem Schulterholster eine durchgeladene Pistole bei sich gehabt. Er wurde festgenommen.

Ermittlungen gegen einen 62 Jahre alten Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und gegen einen 17 Jahre alten Schüler aus Hessen hatten die Strafverfolger auf die Spur des Beschuldigten gebracht. Beide sollen Schusswaffen und Munition bei dem Mann gekauft und die Geschäfte über das Darknet angebahnt haben.