Germany´s next Topmodel:

Nach Bombendrohung beim Finale: Polizei sucht die Anruferin

Aufregung in Mannheim: Die Fernsehshow "Germany's next Topmodel" wurde mitten im Finale abgebrochen. Fast 10 000 Zuschauer mussten die Halle verlassen. Ein verdächtiger Koffer stand an der Garderobe.

Uwe Anspach Zuschauer verlassen die SAP-Arena beim Finale der zehnten Staffel der Castingshow "Germany's Next Topmodel".

Nach dem Abbruch von Heidi Klums Castingshow "Germany's next Topmodel" wegen einer Bombendrohung soll in zwei Wochen die Entscheidung nachgeholt werden. "Es wird eine Siegerin 2015 geben, wir zeigen am 28. Mai 2015 das Finale", sagte am Freitag ein Sprecher von ProSieben. "Die Show wird nicht live sein."

Die Polizei sucht derweil mit Hilfe der Telekommunikationsdaten nach der Anruferin. Bisher gebe es keine Anhaltspunkte, wer an dem Abend mit einer Explosion in der Arena drohte, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Über Hinweise, dass die viel diskutierte und umstrittene ProSieben-Show möglicherweise im Visier von Kriminellen sein könnte, sei ihm nichts bekannt.

Drohung ging telefonisch ein

Das Finale musste am Donnerstagabend wegen einer Bombendrohung abgebrochen werden. Die knapp 10 000 Zuschauer mussten kurz nach 21.30 Uhr die SAP Arena in Mannheim zu verlassen. Gegen 22.30 Uhr bestätigte ProSieben-Sprecher Christoph Körfer: "Es gab während des Finales eine Bombendrohung."

Ein Sprecher der Polizei Mannheim sagte, die Drohung sei um 21.07 Uhr telefonisch in der Halle eingegangen. Kurz darauf habe man an einer der Garderoben einen verdächtigen Koffer gefunden. Daraufhin habe der Veranstalter die Live-Sendung in Rücksprache mit der Polizei vorsichtshalber beendet, um die Besucher nicht zu gefährden. Später gab es Entwarnung: Der Koffer habe keinen Sprengsatz enthalten, teilte die Polizei mit. "Der Eigentümer des Koffers ist ermittelt", sagte der Polizeisprecher. Der Mann sei wegen der Show in der Arena gewesen, ob als Zuschauer, Sicherheitskraft oder in anderer Funktion, wollte er nicht sagen. Er habe sich selbst bei der Polizei gemeldet.

Polizeisprecher Dieter Klumpp bestätigte, dass eine Frau bei ProSieben angerufen und damit gedroht habe, dass in der SAP-Arena eine Bombe hochgeht. Zuvor hatte "bild.de" darüber berichtet. Der verdächtige Koffer war gegen Mitternacht noch von Mitarbeitern des Landeskriminalamtes untersucht worden. Anschließend begannen die Beamten die Arena und einige Nebengebäude mit einem Spürhund zu durchsuchen, fanden jedoch zunächst nichts Verdächtiges.

Um Panik zu verhinden, sprach ein Sprecher von technischen Problemen

Ein Hallensprecher hatte zunächst technische Probleme als Grund genannt. "Wegen technischer Probleme kann das Top Model Finale heute nicht weiter gesendet werden", hieß es anfangs auch auf einem Laufband, das der Sender ausstrahlte.

Viele Zuschauer ließen beim Verlassen der SAP Arena Jacken und Taschen auf ihren Plätzen zurück. Einige äußerten Unmut darüber, dass die Prominenten angeblich viel früher aus der Halle geführt worden seien. Augenzeugen berichteten von rund 20 Minuten Differenz. Zahlreiche Mädchen standen nach der Räumung frierend ohne Jacken auf dem Parkplatz. Später wurden sie angewiesen, nach Hause zu gehen. Einige Fans, die rund um der Halle standen, ärgerten sich. Sie hatten den Eindruck, dass die Prominenten um Jurorin Heidi Klum bevorzugt behandelt worden seien.

Schon häufiger wurden Veranstaltungen wegen Terrorgefahr abgesagt

In der Vergangenheit waren wiederholt Großveranstaltungen aus Sicherheitsgründen abgesagt . Dazu zählt etwa das Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" am 1. Mai oder ein Karnevalsumzug in Braunschweig im Februar.

In der ProSieben-Show sollte aus vier jungen Frauen zwischen 17 und 19 Jahren zum zehnten Mal "Germany's next Topmodel" ermittelt werden. Ajsa (18) aus Tübingen (Baden-Württemberg), Anuthida (17) aus Lübeck (Schleswig-Holstein) und Vanessa (18) aus Bergisch Gladbach (Nordrhein-Westfalen) waren gegen 21.30 Uhr noch im Wettbewerb - dann erfolgte der Abbruch. Wann und wie das Finale nachgeholt wird, ist noch nicht klar.

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