Eine kleine Weihnachtsgeschichte:

Paar verwechselt Flüchtlingsheim mit Gasthof

Als zwei Urlauber zu dem Gasthaus kamen, wurden sie freundlich empfangen. Dass Sie in einer Flüchtlingsunterkunft gelandet waren, merkten sie erst, als sie nach der Rechnung fragten.

Für den Syrer Kawa Sulimann ist Gastfreundschaft selbstverständlich.
Nicolas Armer Für den Syrer Kawa Sulimann ist Gastfreundschaft selbstverständlich.

Der Flüchtling Kawa Suliman (30) aus Syrien hat in Bayern spontan zwei Ausflügler bewirtet - weil diese ein Heim für Asylbewerber für ein Gasthaus gehalten hatten. Vor einigen Monaten war das Paar in die Unterkunft gekommen. Sie waren der Meinung, der ehemalige Gasthof im oberfränkischen Zapfendorf sei noch in Betrieb - tatsächlich leben hier längst Asylbewerber. Ich sagte: „Kommen Sie herein, machen Sie es sich bequem, fühlen Sie sich wie zu Hause“, schilderte Suliman die Szene, über die zuerst die Zeitung „Fränkischer Tag“ berichtet hatte.

Urlauberin zu Tränen gerührt

Das Paar aus Karlsruhe war demnach zum Kanufahren in die Region gekommen und hatte nach einem Ausflug am Nachmittag ein Lokal gesucht. Sie hielten die Flüchtlingsunterkunft für eine Wirtschaft, wie die 68 Jahre alte Frau der Zeitung sagte. „Der junge Mann, der nach unseren Wünschen fragte, war so nett - so nette junge Gastronomen muss man doch unterstützen.“

Die Asylbewerber um Kawa Suliman tischten den Gästen spontan Brot, Marmelade, Eier, Käse und Tee auf. Erst als der Mann nach der Rechnung fragte, stellte sich heraus, dass das hungrige Paar in einer Flüchtlingsunterkunft gelandet war. Sie sei zu Tränen gerührt gewesen angesichts der Gastfreundschaft der Migranten, erzählte die Frau der Zeitung.

 

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